Mit "Die Vierte Art" überrascht ein losgetretener Ableger des weltweiten Phänomens "Paranormal Activity" den Zuschauer mit einer Alien-Entführungs-Story, die so tief ins Mystery-Genre eingetaucht wurde, daß sich nicht einmal der Regisseur zu einer eindeutigen Stellungsnahme zu seinem Machwerk hinreissen lässt.
Die Psychologin Dr. Abigail Emily Tyler arbeitet im kleinen Örtchen Nome in Alaska nach dem Tod ihres Mannes weiter an der Erforschung mysteriöser Schlafstörungen unter ihren Patienten und Patientinnen. Alle scheinen eine weiße Eule gesehen zu haben und können von allerlei traumatischen Erlebnissen berichten, wenn sie unter Hypnose stehen.
Bereits in der Vergangenheit soll das FBI die Kleinstadt oft besucht haben, um Sichtungen von UFOs und dem Verschwinden mehrerer Menschen nachzugehen.
Abbygail ist der festen Überzeugung, daß ihr Mann des Nachts neben ihr von einem unbekannten Besucher erstochen worden ist.
Doch niemand glaubt ihr. Auch ihr Sohn entfremdet sich immer mehr von ihr, während ihre kleine Tochter unter dem Verlust ihrer Sehkraft leidet, seit ihr Vater tot ist.
Zusammen mit einem befreundeten Psychologen und schließlich einem Erforscher der sumerischen Kultur und Sprache macht sich die Psychologin daran, den Erlebnissen ihrer Patienten und auch ihren eigenen Vermutungen ein Gesicht zu geben. Ihre Entdeckung dabei geht jedoch weit über das normale Verständnis mysteriöser Dinge hinaus...
Nach seinem zweiten Film "Cavern", der einige Zeit nach dem Vorbild "Descent" herauskam und ebenfalls einen erfolgreichen Film nachzog, präsentiert Regisseur Olatunde Osunanmi einen gut gemachten Mystery-Thriller, der zwar nichts neues bietet aber damit recht gut unterhält.
Ein bißchen "Akte X"-Feeling kommt schon auf, wenn Menschen von seltsamen Erscheinungen berichten in einem abgelegenen und nur mit dem Flugzeug zu erreichenden Ort, in dem es ständig regnet.
Statt den Agents Mulder und Scully ermittelt hier allerdings ein mürrischer Sheriff namens August (Name natürlich erfunden), der mit Will Patton zwar namhaft besetzt ist aber ein ziemliches Abziehbild von Charakter darstellt. Neben ihm sind allenfalls erwähnenswert Elias Koteas als Psychologe Abel und sogar Milla Jovovich kann ihre Momente haben.
Die mit angeblich authentischen Filmaufnahmen ergänzten Szenen sind geschickt platziert und erschrecken ein bis zweimal gehörig aber das ist auch schon alles.
"Die Vierte Art" vermengt eine ganze Menge erfolgreicher Zutaten der letzten Filmjahre zu einem Brei, der ganz gut schmeckt und satt macht aber dem dann doch die Prise Zucker oder Salz fehlt, welche ihn zum Hauptgericht gemacht hätte!
Fazit: Eine vor Atmosphäre und Pseudo-Realität strotzende Mystery-Story mit guten Bildern, die nie langweilt aber dem Thema nichts Neues hinzufügt. Kann man sich einmal ansehen.