In dem kleinen Städtchen Nome an der Küste Alaskas hat die Psychiaterin Dr. Abigail Tyler (Milla Jovovich) über die Jahre hinweg seltsame Phänemene bei traumatisierten Patienten festgestellt - offenbar einem ähnlichen Schema folgend, erscheint den Unglücklichen im Traum eine Eule, gefolgt von irgendetwas Unfassbarem, das die Betroffenen wild herumspringen und laut schreien läßt. Korrelierend mit dem Umstand, daß in dieser Gegend auch ab und zu Leute spurlos verschwinden und auch nach Ermittlungen des hinzugezogenen FBI nie wieder auftauchen, schließt Dr. Tyler messerscharf auf Außerirdische, die dafür verantwortlich seien. Die verwitwete Ärztin, die von ihren Sessions massenweise Video-Material gesammelt hat, legt dieses einem Experten vor, der aus dem Gebrüll Sprachfetzen summerischer Herkunft erkannt haben will. Doch damit nicht genug - eines Abends verschwindet auch Dr. Tylers kleine Tochter, welche von Außerirdischen auf einem Lichtstrahl in deren fliegende Untertasse geholt wurde, wie die Psychiaterin dem ungläubig staunenden Dorfsheriff klarmachen will...
Die Vierte Art ist, wie in der Einleitung schon dargelegt, ein Streifen, der sich an ein leichtgläubiges Publikum wendet, welches tatsächlich an fliegende Untertassen und sonstige UFOs glaubt und zwar nicht mehr alle Tassen, dafür aber (zur Sicherheit) ein Sortiment Aluhüte im Schrank hat. Entsprechend ist diese Mockumentary-artige Geschichte auf RTL-2-Niveau auch aufgezogen: Jovovic tritt gleich zu Beginn vor eine rollende Waldtapete, stellt sich vor und kündigt an, im folgenden Film Dr. Abigail Tyler zu verkörpern. Danach folgen rekonstruierte Szenen angeblich real auf Videobändern aufgezeichneter Sitzungen mit den Patienten, die dem ganzen Hokus-Pokus einen realen Anstrich verleihen sollen.
Nicht nur, daß der Film an sich keine Handlung besitzt (dargestellt werden ein paar Monate im Jahre 1970) ist allein die Darreichungsform eine einzige Quälerei: In den häufig verwendeten Splitscreens mit bis zu 4 Bildern werden in extremem Blauton gefilmte Szenen mit unscharfen Videosequenzen zusammengeschnitten, um dem geneigten Zuschauer einen angeblichen Zusammenhang zu beweisen - der reinste Augenkrebs! Dazu wird teilweise ein undeutliches, aber dafür um so lauteres Gebrüll gemischt, das ein quotenschwarzer Experte in sachlichem Ton einer uralten Kultur zuordnet, dessen Hinterlassenschaften weltweit in Museen bestaunt werden können. Dieser Stil zieht sich durch den ganzen Film, und die außerhalb der Resident-Evil-Reihe ohnehin stark überschätzte Jovovic hat auch nichts weiter zu tun, als besorgt dreinzuschauen und einen Dorfsheriff, der sich durch diesen Schwachsinn verarscht fühlt, zu besänftigen. Außerirdische gibt es freilich an keiner Stelle zu sehen, was das UFO-gläubige Publikum aber nicht wirklich stören dürfte. Dafür werden am Schluß einige Schrifttafeln eingeblendet, die die Verschwörungstheoretiker in ihrem Irrglauben bestätigen.
Es fällt schwer, Die Vierte Art in einem Stück anzuschauen, dafür eignet sich dieses Machwerk allerdings bestens, um nebenbei zu telefonieren, sich die Fingernägel zu schneiden oder einfach gedankenverloren in der Nase zu bohren - gerade so, wie die zusammengestopselten Schnipsel auch durch ein halbes Dutzend Werbe-Unterbrechungen von bunten Tabletten für den Spülkasten über ach so hochwertiges Besteck bis hin zur Möbelpolitur der, äh, Dramatik (...) dieses "Films" keinesfalls abträglich sein würden. Denn Regisseur Olatunde Osunsanmi gibt sich nicht einmal die geringste Mühe, diesen Schwachsinn auch einem aufgeklärten Publikum in irgendeiner Weise schmackhaft zu machen. Darüber hinaus ist Die Vierte Art ein von vorne bis hinten billig produziertes TV-Format mit kaum auszuhaltenden Ton-(und Bild-) Kakophonien. Für mich der schlechteste Film seit langer Zeit, der sich nicht einmal den einen Punkt der niedrigsten Bewertung verdient hat. Angemessen wären null Punkte für diese Zeitverschwendung.