Eigentlich war es nur als Übergangslösung gedacht, als Deputy Seth Delray (C. Thomas Howell) mit seiner Familie (Frau, Sohn und Tochter) ins Erdgeschoß des alten, verlassenen Gefängnisses von Colton/North Carolina einzog, bis ihr Eigenheim endlich fertiggestellt sein würde. Aber nach drei Wochen brach im neuen Gefängnis ein Feuer aus, sodaß einige Häftlinge dringendst umquartiert werden mußten, weswegen man das leerstehende Obergeschoß mit seinen alten, verrotteten Zellen kurzfristig wieder reaktivierte. Sehr zum Mißvergnügen der Familie unten werden also 6 Delinquenten, unter ihnen eine Frau, kurzerhand dort oben einquartiert: Ein Mörder, ein Scheckfälscher, ein intellektueller Schwarzer, eine Drogen-Dealerin etc. Zwar verspricht der örtliche Sheriff, daß sich ein anderer Deputy um die Gefangenen kümmern und die Familie unten nicht behelligt werden würde, zumal das Obergeschoß ohnehin schalldicht gebaut wurde, aber das Wissen um die Verbrecher oberhalb macht das Übergangswohnheim für Miss Delray und die Kinder zunehmend zu einem Ort der Qual. Außerdem heißt es, daß das Gefängnis verflucht sei, weil dort vor Jahrzehnten ein brutaler Sheriff Gefangene gequält und gefoltert hätte, bis er bei einem Aufstand von diesen erschlagen worden sei. Dessen verstaubten alten Sheriffstern findet Seth Delray am Boden - als er ihn einsteckt, scheint er sich immer mehr zum Negativen zu verändern - bis Frau und Kinder schließlich vorübergehend doch zu Oma umziehen. Aber das scheint Seth nicht zu stören, er ist mit seinen Gedanken woanders...
Hinter dem verkaufsfördernd-blöden Titel Folter im Frauengefängnis, der im Original treffender mit einem simplen The Jailhouse betitelt ist, verbirgt sich ein Mystery-Thriller um böse Geister an einem Ort, die von den dort lebenden Menschen langsam Besitz ergreifen. Von dieser Thematik her gibt es deutliche Parallelen zu Stanley Kubricks The Shining (1980), doch obwohl Hauptdarsteller C. Thomas Howell seine Sache im Großen und Ganzen ordentlich macht, nimmt man ihm dieses langsame Verrückt-werden nicht so einfach ab, da zwischen seiner Performance im Vergleich zu der von Nicholson einfach Welten liegen.
Delray fängt also plötzlich an, seine Familie zu schikanieren, ohrfeigt seinen Sohn für eine Nichtigkeit und stänkert herum. Als seine über dieses befremdliche Verhalten schockierte Frau sich dann mit gepackten Koffern vorübergehend verabschiedet, stört ihn das nicht weiter, da er nur an die Gefangenen im Stockwerk über ihm denkt. Diese jedoch sind im Grunde eher harmlos und wundern sich eher über das Verhalten des Deputys, der nachts mit einem Eisenrohr laut über die Gitterstäbe streicht und feindselige Sprüche von sich gibt.
Obgleich man am Setting nichts aussetzen kann (gedreht wurde im originalen 1924 erbauten Pender County Gefängnis) und auch die Kameraarbeit tadellos ist, strotzt das Drehbuch nur so vor Logiklöchern: Zum einen ist die Kombination von fünf Männern und einer (attraktiven) Frau völlig unüblich, zumal diese nur durch Gitterstäbe voneinander getrennt sind und bei den untereinander verbundenen Zellen schlampigerweise öfters die Türen nicht verriegelt werden, zum anderen fehlen sämtliche Sanitäreinrichtungen bis auf eine uralte, auf einem Podest (frei)stehende verschissene Toilette (erkennbar ohne Spülung). Die Delikte der Insassen spielten offenbar bei der Quartierwahl auch keine Rolle, ein Scheckbetrüger-Opa, der seltsam kichert und Yoga-Übungen vollführt, ein Geisteskranker, der Frauenfiguren an die Wand malt und mit ihnen spricht, ein Vergewaltiger-Typ, der es einmal bei der Drogen-Dame versucht und dabei von einem anderen, "edlen" Insassen gehindert wird und ein schweigsamer, nur sein Buch lesender Schwarzer. Obwohl sich der Film über mehrere Tage hinzieht, sind sie alle sauber rasiert, gekämmt und gekleidet, haben offenbar auch genug zu essen und plaudern untereinander über ihre kriminelle Vergangenheit. Daß der übergewichtige Deputy, der ihnen morgens Frühstück bringt, dies allein und mit einer Waffe im Holster erledigt (statt daß immer mindestens zwei Schließer ohne Waffen die Zellen betreten) ist genauso vorbildwidrig wie der unten lungernde Delray, der seinen Tag schon morgens mit Whiskey beginnt und einen unergründlichen Hass auf die Delinquenten hat, für die er sich seltsame Strafarbeiten wie Wände bemalen oder Speck mit Eiern braten ausdenkt. Die wiederum protestieren nicht, sondern tun alles und stellen recht emotionslos fest, daß sie insgesamt weniger werden...
Kurz vor Schluß gibt es dann eine kurze Rückblende, welche eine Aufklärung verspricht, leider mündet diese dann in einen konfusen Plot-Twist, der den bis dahin eher verwundert-distanzierten Zuschauer völlig ratlos zurückläßt, während schon der Abspann rollt. Mit nachvollziehbarer Logik wäre für The Jailhouse mehr drin gewesen, so reicht das zu gerade mal mageren 2,51 Punkten.