Review

Staffel 1 - 3

kurz angerissen*

Staffel 1
erstmals veröffentlicht: 11.05.2014
Ein altmodisches Case-of-the-Week-Prinzip (wenn auch im neumodischen 13-Episoden-Block) – was könnte besser zum schießwütigen Oldschool-Kleinstadthelden passen, der hier mit sämtlichen ihm zur Verfügung stehenden Westernmethoden mächtig aufräumt? Inkarniert in Form des lässigen Timothy Olyphant, beruft sich „Justified“ auf die frühen 90er, in denen charisamtische Eigenbrötler in richtender Funktion noch gefragt waren. Ehre, Stolz und Ehrfurcht spielen eine große Rolle für den „Southern Comfort“ in der Stadt, da fragt dann auch keiner nach, wenn im Eifer des Gefechts mal ein paar Leichen mehr aufgetischt werden. Eine regelrechte Befreiung ist die Unabhängigkeit von Auflagen und der Verantwortung gegenüber höheren Instanzen, mit denen jeder FBI-Agent zu kämpfen hatte. Olyphant muss das zwar auch, doch wischt er diese Pflicht mit einem Schmunzeln einfach weg. Mag der Südstaatenakzent aller Beteiligten und die Schlichtheit der Gemüter auf Dauer auch etwas nerven, der Anachronismus von „Justified“ kann je nach Stimmungslage Balsam auf die gebeutelten Seelen der Postmoderne sein.
(6/10)

Staffel 2
erstmals veröffentlicht: 08.07.2014
Insgesamt dichter und spannender als die erste Staffel, weiß die zweite vor allem mit einem guten Gegenpol zum schießwütigen Gesetzeshüter aufzuwarten. Gerade Jeremy Davies, in Staffel 1 noch ein wandelndes Comic Relief, profitiert sehr davon, ebenso wie Margo Martindale. Der Mainplot fesselt bis zum dramatischen Ende, und ihm wird auch ein wenig die Prägnanz der Plots-of-the-Week geopfert. So hat Givens es zwar auch immer mal wieder mit neuen Szenarien zu tun, allerdings immer mit dem großen Ganzen im Hinterkopf. Ansonsten ist „Justified“ weiterhin altmodisches Krimi-Entertainment mit Texas- und Kleinstadtflair, voller Cowboys und Ladies, die gerettet werden wollen.
(6.5/10)

Staffel 3
erstmals veröffentlicht: 25.06.2015
Neal McDonough bereichert “Justified” in der dritten Staffel mit seiner unerschütterlich markanten Badguy-Ausstrahlung, die er hier wieder in gewohnter Weise nutzt, gleichwohl er diesmal einen besonderen Akzent auf das Meta-Badassdom legt, indem er typische Gegenspieler-Manierismen übersteigert darstellt und somit eine kritische Distanz zu seiner eigenen Rolle im Spiel annimmt. Dies beinhaltet zur Schau gestellte Melancholie, die offen gezeigte Freude an kritischen Situationen und unverhohlene Überraschung, wenn er mal von einem Ereignis überrascht wird.
Mit seinem Wirken werden die verschiedenen Interessengruppen im beschaulichen Städtchen nochmal gehörig durcheinandergewirbelt; alt eingesessene Figuren wie Boyd Crowder (Walton Goggins), Wynn Duffy (Jere Burns) oder Ellstin Limehouse (Mykelti Williamson) müssen sich teilweise neu aufeinander einspielen. Nur Protagonist Raylan Givens muss sich um nichts scheren – Timothy Olyphant spielt ihn weiterhin mit Seelenruhe und sorgt für eine weitere coole Staffel. Eine kuriose Randnotiz bleibt Desmond Harrington, der als „Ice Pick“ eine Folge lang mächtig auf die Kacke hauen darf und dann kurioserweise aus dem Spiel genommen wird.
(6.5/10)


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