Übung macht den Meister, zumindest, wenn man lange genug übt. So scheint es auch Regisseur Paul Ziller zu ergehen, der nach einigen Versuchen im Bereich des Katastrophenfilms so langsam aber sicher passable Ergebnisse abliefert, vor allem im Bereich der Effekte. Die wissenschaftlichen Hintergründe sollte er hingegen etwas eingehender studieren, um nicht ganz so viele Logiklöcher klaffen zu lassen.
Der Komet Kopernikus rast sehr nah an der Erde vorbei, doch Dr. James Mayfield fürchtet seinen Berechnungen zufolge, dass dieses Ereignis erhebliche Folgen für die Konstellation der Magnetfelder haben könnte. Nach dem Einschlag eines Meteoriten werden weite Teile Amerikas von Polarstürmen heimgesucht, elektromagnetische Druckwellen folgen. Mayfield muss sich mit dem Militär verbünden, um größeren Schaden abzuwenden…
Bei Zillers schlichten Streifen ist der Genrefreund ein flottes Tempo gewohnt und so kaschiert auch hier die gradlinige Erzählweise den vergleichsweise geringen Produktionsaufwand. Die Handlung steigt mit einer Actionszene ein, an die im Verlauf noch einmal angeknüpft wird, so dass dem Zuschauer schon mal aufgezeigt wird, was da noch so an großartigen Effekten aufgefahren werden könnte. Doch im Grunde nimmt der Prolog bereits die Highlights ein wenig vorweg, denn insgesamt hält sich die Action doch arg in Grenzen und man ist mehr auf schnelle Szenenwechsel der parallel ablaufenden Handlungsstränge bedacht, was den Unterhaltungswert immerhin auf passables Niveau treibt.
So gibt es anfänglich Probleme mit James Sohn und seiner neuen Frau, einer örtlichen Lehrerin. Es gibt Streit unter Schülern, bei dem es wie immer um ein Love Interest geht und anbei mischt ein Fernsehreporter mit, der mit Held James gut befreundet ist, welcher wiederum nach fünf Jahren neuen Kontakt zu Dad aufbauen muss, der offenbar nur einige Ränge unterhalb des US-Präsidenten steht. Die Welt ist hier klein und übersichtlich und es kommt zu einigen Zufällen, damit diese Konstellation überhaupt so einigermaßen funktionieren kann.
Auf Seiten der Effekte kann sich der Stoff durchaus sehen lassen. Besonders der Flug des Kometen, das dazugehörige Satellitenbild und Teile der elektromagnetischen Druckwelle sind von der Darstellung her nicht wirklich zu beanstanden. Etwas schlechter sieht das bei den aufgerissenen Straßen aus, vor allem, wenn da noch ein Auto hineingezogen wird, was stark nach Matchbox aussieht. Demgegenüber gleicht das Szenario einer Unterwasserlandschaft einiges aus, als man zuletzt versucht, das Problem per U-Boot und Atomsprengsatz zu bereinigen.
Sofern man nicht alle Nase lang auf Unwahrscheinlichkeiten (Start eines Autos) oder gar Unzulänglichkeiten (Sicherheit und Schutzmechanismen eines Militärsystems) stößt, geht der Streifen als Zwischenmahl für Genrefreunde in Ordnung, große Erwartungen sollte man jedoch nicht hegen. Denn die Story überrascht zu keiner Zeit, das Budget langt beileibe nicht für ein denkwürdiges Feuerwerk der Effekte und auch die meisten Mimen sind eher hölzern unterwegs, als mit überragendem Einsatz zu punkten. Dennoch eine kurzweilige Angelegenheit für Zuschauer, die mit den typischen Katastrophenfilmen von Ziller vertraut sind.
Knapp
5 von 10