Abseits dessen, wie man zu „Star Wars: Episode I – The Phantom Menace“ (1999) steht, ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich definitiv. Und dazu eignet sich dieser knapp einstündige Beitrag von Jon Shenk. Unkommentiert und somit ohne eine Stimme aus dem Off, ebenso ohne klassische Interviewpassagen und die entsprechenden Phrasen. Die Kamera war einfach beim Entstehungsprozess dabei, in den verschiedenen Phasen und an den verschiedenen Orten. Dies gibt einen recht ungefilterten Eindruck und ist tatsächlich durch die Bank interessant.
Von den Verhandlungen über das Budget, dem Schwerttraining mit den verschiedenen Darstellern, dem Durchsprechen des Skripts, der Erstellung der Effekte, der Musik bis zur Premiere begleitet diese Doku George Lucas und seine Mitarbeiter bei der Herstellung. Dazu gehören auch die Dreharbeiten selbst, sodass man diverse Szenen aus anderen Perspektiven sieht, dem Ensemble bei der Arbeit oder den Pausen zusieht. Viele Drehorte werden besichtigt, von den Soundstages in den Studios bis zum sandigen Tunesien inklusive eines verheerenden Gewittersturms, der ein ganzes Set verwüstete.
Industrial Light and Magic hatte einen Haufen Arbeit, dennoch sind auch die Kostümtests und Masken hier ein Thema, das Sounddesign und die Abmischung ebenfalls. Ebenso wie der Score von John Williams, zu dem es gerne noch mehr hätte geben dürfen. Wie zu allem, was den Audiobereich betrifft.
Lucas ist oft zu sehen, seine Ambition ist spürbar und als Zuschauer macht es das so interessant, weil man das Ergebnis kennt. Widerspruch am Set gibt es keinen, Kritik von den Umstehenden hört man nicht. Bis zu der inzwischen berüchtigten ersten Sichtung einer Rohfassung, die alle mehr oder minder konsterniert zurücklässt.
„I may have gone too far in a few places.“
Der Film zeigt so viel vom Entstehungsprozess, wie man es selten zu sehen bekommt. Es werden unglaublich viele Aspekte eingefangen, dies auch ungefiltert und einen phantastischen Einblick gebend. Gerade bei solch einem effektlastigen Werk und den technischen Möglichkeiten seiner Entstehungszeit ist die Logistik und der letztliche Zusammenbau aller Komponenten zum fertigen Film eine Mammutaufgabe. Diesen Eindruck vermittelt John Shenk hier ansehnlich. Ohne Marketinggeschwafel. Einfach nur mal dabei sein, wenn so ein Werk entsteht.