Review

Der Sci-Fi-Channel müsste in der Abarbeitung seiner diversen Ausgaben von reinem Tierhorror so langsam durch sein, also geht es nun an die Fabelwesen.
Der Wyvern, eine Art Drache mit giftigem Schwanz, ist dabei nicht gerade eine prägnante Erscheinung in der Mythologie und entsprechend fantasielos fällt dieser Streifen aus, der mit seinen klischeebeladenen Zutaten selbst wohlgesonnene Genrefans nur leidlich bei Laune halten kann.

Schuld ist, - da kommt man in letzter Zeit kaum drum herum – mal wieder die globale Erderwärmung, so dass sich der Drache aus dem ewigen Eis befreit und ein Örtchen in Alaska unsicher macht, während ein Trucker und eine Kellnerin gegen den fliegenden Killer antreten…

Beaver Mills, 307 Einwohner. Das klingt nach einer lustig zusammen gewürfelten Truppe aus markanten Erscheinungen, was leider nur teilweise zutrifft. Trucker Jake, natürlich mit Trauma ausgestattet, macht der Kellnerin Claire schöne Augen, auf die es ebenfalls ein Arzt aus New York abgesehen hat. Dazu ein schießwütiger Colonel (Don S. Davis in einer seiner letzten Rollen), eine verrückte Alte, ein Jäger/Redneck, eine Radiomoderatorin und ein paar annähernd namenlose Randfiguren. Dummerweise hat man bei den Darstellern fast durchweg den Eindruck, dass diese nur halbherzig bei der Sache sind, was der als charmant anvisierten Figurenkonstellationen einen deutlichen Abbruch tut.

Das simpel gehaltene Skript kann dem natürlich kaum entgegenwirken. So gestaltet sich nicht nur das Intro (Angler wird vom Drachen geschnappt) als flacher und unspektakulärer Opener, auch dem kompletten Verlauf bis zum ebenfalls eher halbherzigen Showdown mangelt es in vielerlei Hinsicht an Schauwerten.
Mal abgesehen vom eher schwach entwickelten Computervieh kommt es kaum zu deutlichen Gewaltszenen, von Actionszenen ganz zu schweigen, denn anstatt einen Angriff auf fahrende Autos zu visualisieren, sieht man letztlich nur demolierte Fahrzeuge mit etwas Blut beschmiert auf der einsamen Waldstraße stehen.

Ansonsten ist der Wyvern kaum aktiv, schaut mal mit dem Kopf im Diner der Kellnerin rein oder verfolgt fliegenderweise ein Auto, schnappt sich anderweitig seine Opfer aber so unspektakulär, als würden technische Mittel für die Umsetzung schlicht fehlen, was finale Billig-CGI noch deutlich untermauern.
Zwar schiebt man noch ein paar mystisch angehauchte Erklärungen für das Auftauchen des Killerdrachen ein, aber auch diese Sequenz ist so schnarchig inszeniert, dass man sich indes schon fast freut, wenn mal einer aufs Dach klettert, um über Umwege Funkkontakt zur Außenwelt herzustellen, während der Wyvern in sichtbarem Umfeld seine Runden dreht.

Wenn man das Subgenre des Tier/Monsterhorrors mag, fühlt man sich oberflächlich betrachtet natürlich heimisch, da das Pacing in Ordnung geht und ein paar Auflockerungen durchaus sympathisch erscheinen, doch im Endeffekt entfalten sich Ausstattung, als auch Verlaufsmuster zu einfältig, zumal viel Zeit im Diner verbracht wird, in dem zu wenig geschieht und die Bedrohung im Gesamtbild zu wenig anrichtet, um ordentliche Spannungsmomente zu erzeugen.

Zu harmlos, zu routiniert und bis auf sehr wenige Spannungsmomente kaum der Rede wert.
Mit so einer Tendenz des Sci-Fi-Channels ist wohl bald wieder Nessie fällig…
3,5 von 10

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