Das die globale Erwärmung der Menschheit Probleme bereiten wird bekommen besonders die Bewohner von Nord-Alaska zu spüren. Denn hier befreite sich eine Kreatur aus dem schmelzenden Eis, die man eigentlich nur aus dem Bereich der Fabelwesen kannte: Ein Flugdrache. Und dieses Reptil, das man vor tausend Jahren in Nordeuropa ehrfurchtsvoll "Wyvern" nannte, ist äußerst hungrig nach frischem Menschenfleisch. Um sich und seine Mitmenschen von diesem blutrünstigen Monster zu befreien, schmiedet der Trucker Jake Sutter den verwegenen Plan, die Eier des Wesens aus dessen Nest zu stehlen, um diese dann als Köder für eine tödliche Falle zu verwenden.
Wahrscheinlich bin ich der einzige, aber für mich ist dieses Output des ScyFy Channels eher eine Parodie auf das CGI-Monstergenre, als ein wirklich ernstgemeinter Beitrag. Alles ist wirklich stereotypisiert von a bis z, ich hoffe zumindest das der komödiantische Ansatz Absicht war. Die Story bietet dabei das typisch austauschbare CGI-Viech, hier eine Drachenvariation aus der nordischen Mythologie, das durch die übliche Erderwärmung aus seinem Gletschergefängnis rausgetoastet wurde.
Das Biest macht sich auf den Weg ins Hinterwäldlerkaff Beaver Mills in Alaska, wo das obligatorische Stadtfest zur Sonnenwende (Hallo Wyvern "es ist angerichtet"), das sich natürlich keiner traut abzusagen. Die klassische Variante des Eingeschlossenseins gibts hier gleich in doppelter Form. Wyvi versperrt die Eingänge und zerstört die Kommunikation und nachdem sich diverse Einwohner verknuspern lassen mußten, versammeln sich die Überlebenden im lokalen Diner und werden belagert.
Den Vogel schießen aber die Charaktere ab, die so vor Klischees triefen, das es schon wieder lustig ist. Da fallen mir speziell die routinierten Darsteller Barry Corbin und Don S Davus ein, die sich hier als kiffender Redneck-Jäger bzw. als biersüppelnder, schießwütiger Colonel im Ruhestand in Unterwäsche ein, die sich hier nach Kräften zum Affen machen. Aber auch der tumbe Frühstücksschnorrer, die alte Frau die mit ihrer verstorbenen Freundin spricht, die faulste Deputy Braut aller Zeiten und und und. Mir haben die Typen Spaß gemacht, jedenfalls mehr als das sonst übliche Kanonenfutter in solchen Filmen.
Bleibt noch der eigentliche Hauptdarsteller. Der Drachenersatz kann zwar kein Feuer spucken, ist aber durchaus anständig animiert. Nur mit der Interaktion der realen Darsteller oder Gegenstände hapert es doch gewaltig. Die Kills sind nicht allzu hart, es gibt einen abgetrennten Arm, sonst finden Snacks meistens im Off statt. Übel siehts allerdings aus, als sich der Drache einen Hubschrauber vom Himmel pflückt und die finale Explosion spottet mal wieder jeglicher Beschreibung. Dazu gibts die üblichen Zutaten, wie das obligatorische Nest inklusive drei Eier, also die klassische Standardformel.
Ich glaube es hilft wirklich in einen Film mit null Erwartung reinzugehen. Man kann eigentlich nicht enttäuscht werden und mit Wyvern hatte ich deutlich mehr Vergnügen, als von den meisten SyFy Monsterhobeln, die die Jungs ja im Wochentakt raushauen. Wyvern sprengt jede Klischeeskala, spielt aber recht geschickt genau mit diesem Mittel. Bleibt ein knapp überdurchschnittliches Werk, aber wenn man bedenkt wo der Film herkommt, fast schon ein epischer Erfolg.
6/10