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Inferno unter heißer Sonne wird oft vorschnell dem Giallo zugerechnet, erfüllt diese Schublade aber nur bedingt. Zwar bedient sich der Film einzelner typischer Versatzstücke – etwa der ikonischen schwarzen Handschuhe –, im Kern handelt es sich jedoch eher um einen klassischen Kriminalfilm mit leichten Thriller-Anleihen als um einen waschechten Giallo.

Die Handlung führt nach Haiti, wo ein Wissenschaftler die Formel für ein neues Medikament herausgefunden hat. Durch den Mord an einem seiner Assistenten werden Ermittlungen in Gang gesetzt, die immer tiefer in ein Netz aus Geheimnissen, Verdächtigungen und lokalen Mythen führen. Ein amerikanischer Protagonist gerät dabei mit seiner Frau zunehmend in eine fremde, bedrohlich wirkende Umgebung, in der rationale Polizeiarbeit und mystisch aufgeladene Voodoo-Rituale aufeinanderprallen. Während die Ermittlungen voranschreiten, verschwimmen die Grenzen zwischen Aberglauben, Manipulation und handfester Kriminalität.

Zu den klaren Pluspunkten zählt der exotische Schauplatz: Haiti wird hier als rauer, geheimnisvoller Ort inszeniert – weit entfernt vom späteren touristischen Image. Gerade für einen Film dieser Zeit wirkt das Setting unverbraucht und verleiht der Geschichte eine eigene Atmosphäre. Auch die eingestreuten Voodoo-Elemente sorgen für stimmungsvolle Akzente, ohne den Film komplett ins Okkulte kippen zu lassen.

Demgegenüber steht jedoch eine spürbar unrunde Szenenabfolge. Der Film wirkt stellenweise abgehackt, Übergänge sind nicht immer sauber gesetzt, und Spannung baut sich nur punktuell auf. Ob diese Schwächen auf die doppelte Regie oder auf das Drehbuch zurückzuführen sind – immerhin waren gleich drei Autoren beteiligt – bleibt offen, ist aber deutlich spürbar. Insgesamt ergibt das einen Film mit interessanten Ansätzen und starkem Setting, der sein Potenzial jedoch nicht konsequent ausschöpft.

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