Review
von Leimbacher-Mario
Kopenhagens Streuner
Ein Durchschnittsgiallo, den dessen hübsche Ladies, mindestens ein fieser Kill und seine ungewöhnliche, understatete Spielstätte dann doch noch knapp in empfehlenswerte Regionen hievt. Zumindest für Leute, die sich gerne in diesem stylischen Metier suhlen. Wir folgen einem blinden Pianist in eine Bar, wo er zufälligerweise Gesprächsfetzen mitkriegt, die auf einen Mord hindeuten könnten. Und wenn am nächsten Tag seine Ex-Geliebte tot aufgefunden wird, fängt er natürlich mit den Nachforschungen an. Und das war noch lange nicht die letzte Leiche, die in Dänemarks Hauptstadt auftauchen sollte. Meist in Zusammenhang mit einer schwarzen, aggressiven Katze...
„The Crimes of the Black Cat“ klingt schon fein, der italienische Titel aber natürlich nochmal ein Stück verschnörkelter und sensationeller. „Sette Scialli di Sette Gialla“ - das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Der Film an sich geht dann eher straight nach vorne, punktet mit seiner leicht lethargischen, aber nie verschlafenen Art, seinem ungewöhnlich unterkühlten, frischen Schauplatz und einigen fiesen „Katzensprüngen“, frühen JumpScares, bösen Schlitzereien. Z.B. mit dem Rasiermesser kurz vor Finito in die Dusche - aua, das sieht gar nicht angenehm aus! Ansonsten gibt es ein paar Stylepunkte, überraschend wenig intensive Farbfilter, sexy Puppen, etliche Verdächtige und Wendungen, einen unterdurchschnittlichen Score und viel, was man bei Bava etwa schon zwei Klassen besser gesehen hat. Ein „Blood & Black Lace“ ist das nicht. Dennoch kann man sich diese tödlichen gelben Schals schmerzfrei überwerfen und eine würdige HD-Veröffentlichung wäre überfällig, wünschenswert.
Fazit: gemächlicher, gelungener Giallo. Stilvoll, besonnen und katzengleich. Eher für Allesgucker und (angehende) Experten in dem Fach. Aber alles andere als übel!