Wetterkontrolle ist an sich eine feine Idee. Man denke nur an dauerhafte Hungersnöte wie in Äthiopien, Sudan oder Somalia, da wäre mit künstlich geschaffenem Regen eine Menge zu bewirken und ehrlich gesagt, - dieser lange Winter ist den meisten von uns auf Dauer doch auch aufs Gemüt geschlagen.
Natürlich beschäftigt sich diese TV-Produktion weniger mit sozio-ökologischen Aspekten, sondern bleibt der Linie des klassischen Katastrophenfilms treu: Das „Ice“ beim Titel hätte man glatt weglassen können, dann ahnt man bereits, wie man sich diese an Effekten abgeschwächte Variante vorzustellen hat.
Schuld ist natürlich mal wieder die US-Regierung, die geheime Experimente durch ein Wissenschaftsteam durchführen lässt. Rund 2000 Seraphen mit einem Gemisch aus Silberiodid und mehr wird in die Atmosphäre geballert, doch statt den erhofften Regen mehren sich kleine Wirbelstürme, die schon bald unkontrollierbar werden und unausweichlich auf Portland zurollen.
Ein Team um Autor und Wissenschaftler Charlie Price versucht den Supergau zu stoppen…
So einfach kann es sein, einen genügsamen Zuschauer in entsprechender Laune zu unterhalten. Man nehme ein paar Klischeefiguren, arbeite dabei den Helden mit sarkastischen, leicht süffisanten, am Ende aber todesmutigen Charaktereigenschaften heraus, nehme ein schlichtes Love Interest, einen Nerd, der zum rechten Zeitpunkt am Computer frickelt und Randfiguren, die ebenfalls zur rechten Zeit mit wichtigen Informationen ankommen.
Nicht zu vergessen ist der skrupellose Drahtzieher, der in seinem Kabuff im weißen Haus per Telefon alles regelt, aber grundlegend in die negative Richtung.
Dazwischen natürlich einige Effekte, damit man nicht vergisst, in welchem Genre man sich gerade bewegt.
Die Rechnung geht insoweit ganz gut auf. Logischerweise wird Held und Hauptfigur Charlie als Romanautor und ehemaliger Wissenschaftler anfangs nur belächelt oder gar abgelehnt, ein Studentenpaar, welches Charlie für ein Interview treffen will, gerät von der Straße und arbeitet sich zu Fuß durch (natürlich nicht, ohne diverse Wirbelstürme zu filmen), während drumherum einige Windhosen über Landkreise streifen und dabei immerhin Auto und Bus durch die Luft wirbeln lassen und ein Farmer binnen weniger Sekunden durch die hohe Konzentration an Silberiodid quasi erfriert.
Etwas hanebüchen, aber wir sitzen ja auch nicht im Skywarn-Netzwerk oder haben Atmosphären-Physik studiert.
Dennoch muss man gerade bei den Effekten einige Abstriche machen. In ihrer Häufigkeit könnten da durchaus mehr zutage treten und einige Tornados sehen doch stellenweise zu sehr nach CGI aus, als das sie glaubwürdig erscheinen.
Auch die Originalität der Geschichte zeichnet sich nicht gerade durch Pfiffigkeit aus, sondern temperiert die üblichen Komponenten des Genres ordentlich durch, ohne mit Überraschungen aufzuwarten.
Dafür entschädigt das Erzähltempo auf ganzer Linie, denn man hält sich trotz kleiner Nebenhandlungsstränge nie mit Redundantem auf, sondern bleibt konstant in Bewegung und bringt besonders zum Showdown viele flott geschnittene Schauplatzwechsel ins Spiel, die sogar für Spannung sorgen.
Dass die Darsteller durch die Bank eher unbekannt sind, ist dabei kaum negativ einzustufen, denn sie sind markant genug, um die sieben Protagonisten, die hauptsächlich zur Handlung beitragen, interessant erscheinen zu lassen, wobei auch niemand schlecht performt.
Am Ende ist der Streifen natürlich eine Frage des favorisierten Genres und sofern man Katastrophenfilme mag, könnte man mit diesem durchaus unterhalten werden.
Die Konstellation der Story ist schlicht, sie wird aber mit simplen Zutaten recht effizient auf den Punkt gebracht, so dass man mit geringem Anspruch definitiv unterhalten wird.
Natürlich nicht so wuchtig wie die Originalvorlage „Twister“, aber recht sympathisch aufgezogen und für Genrefreaks durchaus eine Sichtung wert.
6,5 von 10