Im mexikanischen Grenzgebiet entführt und verkauft eine skrupellose Bande mexikanische Arbeiter in die USA. Die Kopfgeldjäger Django und Sartana verbünden sich, um die Bande unschädlich zu machen und die ausgesetzten Kopfgelder zu kassieren.
Auf dem Papier klingt die Kombination aus Django und Sartana natürlich nach einem großen Genre-Treffen. Tatsächlich handelt es sich aber wieder mal um eine reine Marketingidee. Im Original hat der Film nämlich weder mit Django noch mit Sartana etwas zu tun und stellt kein echtes Zusammentreffen ikonischer Figuren dar. Django heißt im Original eigentlich Johnny Brandon und Sartana heißt ursprünglich Everett “Bible” Murdock. Aber Anfang der 80er Jahre waren die Namen Django und Sartana noch echte Zugpferde. Zumindest in Deutschland.
Anthony Steffen spielt Django als emotionalen Eisklotz. Sein Spiel ist dabei so minimalistisch und kontrolliert, dass man fast den Eindruck bekommt, er habe sämtliche Emotionen bereits vor Drehbeginn sorgfältig aussortiert. Charisma und Ausstrahlung bleiben dadurch aber auch bestenfalls begrenzt. Immerhin ist seine Figur moralisch korrekt ausgerichtet.
Ganz anders William Berger als Sartana. Berger bringt deutlich mehr Bewegung in die Sache, wirkt dabei allerdings gelegentlich so, als würden seine Arme und Beine nicht immer vollständig über die geplanten Abläufe informiert sein. Sein leichtes Overacting wirkt ein wenig deplatziert, wodurch man seinen Flinten-Schützen nicht immer ganz ernst nehmen kann. Eigentlich schade, denn die Figur des bibelfesten Killers hätte Potential gehabt.
Was dem Film an Charisma bei den Figuren gelegentlich fehlt, macht er allerdings bei den Waffen wieder wett. Sartanas siebenläufige Flinte ist ein herrlich übertriebenes Stück Italowestern-Ingenieurskunst. Mit ihr sorgt er auch akustisch für einige der unterhaltsameren und spektakuläreren Momente. Noch schöner ist der Einfall, einen schlichten Spaten kurzerhand zur tödlichen Wurfwaffe umzufunktionieren – eine Idee, die irgendwo zwischen genial und vollkommen absurd pendelt.
Regisseur Demofilo Fidani inszeniert effizient und ohne unnötigen Schnickschnack. Die Kamera fängt die staubige, meist bewuchsfreie Grenzlandschaft sauber ein. Ausstattung und Kulissen entsprechen dem gewohnten Standard. Gewalt kommt wie so oft üblich weitgehend ohne roten Saft aus, ist tonal aber trotzdem brutal genug, um ein gewisses Maß an Gefährlichkeit der Situationen zu verdeutlichen. Die Story versucht ein paar Haken zu schlagen, ist da aber gerade beim finalen Plottwist etwas überkonstruiert. Große Spannung darf man allerdings nicht erwarten.
Nicht gerade ein Highlight des Italowesterns. Steffen agiert auf Sparflamme, Berger übertreibt. Besonders genre-prägende Helden wie Franco Nero oder Gianni Garko zeigen, wie es besser geht. Wer mit diversen Shoot-outs, Schlägereien und schönen Frauen bereits glücklich ist, macht hier nichts falsch. Alle, die etwas mehr erwarten, können diesen Vertreter aus der eher dritten Reihe getrost auslassen.