...dann weißt du aber auch, dass du nie ganz das gelebt hast, was du dachtest, und das ist nicht gut. Nur das Denken, das wir leben, hat einen Wert. Du hast gewußt, dass deine 'erlaubte Welt' bloß die Hälfte der Welt war, und du hast versucht, die zweite Hälfte dir zu unterschlagen... Es wird dir nicht glücken! Es glückt keinem, wenn er einmal das Denken angefangen hat. Es gibt keine Wirklichkeit als die, die wir in uns haben. Darum leben die meisten Menschen so unwirklich, weil sie die Bilder außerhalb für das Wirkliche halten und ihre eigene Welt in sich gar nicht zu Wort kommen lassen. - Hermann Hesse
Die Welt ist wieder einmal am Arsch, Zombies haben 99% der Erdbevölkerung dezimiert und ein paar wenige Überlebende ziehen durch die Welt und… Ja was tun die eigentlich? Sie irren planlos umher und fahren in der Hoffnung auf irgendwas von Punkt A nach Punkt B, um am Ende zu erkennen, daß sie eigentlich nur die Gesellschaft der mit umherziehenden Leidensgenossen brauchen – die Familie als oberstes Ziel der Erlösung.
So belanglos wie die Geschichte ist leider auch die Regie; statt auf das ruhige, ironisch huldigende Zitatekino zu bauen, das "Shaun Of The Dead“ zu einem Meilenstein der jüngeren Kinogeschichte gemacht hat, setzt Ruben Fleischer auf fetzige Rockmusik, sprintende Zombies und stylische Zeitlupen- und Beschleunigungsaufnahmen, die auch ein Snyder nicht besser hinbekommen hätte.“Dawn of the Dead“ auf Crack, bei dem die beklemmende Stimmung des Vorbildes durch billige Kalauer ersetzt wird; immerhin soll der Film ja eine Komödie sein, weswegen auch der Blutgehalt nicht wirklich dem entspricht, was man von einer solchen Geschichte erwarten würde.
Fein abgerundet wird der Film dann noch durch billige Reißbrettcharaktere: Nerd (Eisenberg), harter Kerl (Harrelson), Schneekönigen in distress (Stone) und vorlaute Rotzgöre (Breslin), die natürlich kein Klischee auslassen und ihre, der Filmgeschichte der letzten 100 Jahre entsprechenden, Entwicklungen durchmachen, damit es nach 85 Minuten zum obligatorischen Happy End kommen kann.
Das alles ist so vorhersehbar, daß man nie wirklich um die Charaktere bangen muß; nie befinden sie sich wirklich in einer für den Zuschauer greifbaren Gefahr - selbst wenn die beiden Mädels von Heerscharen von Zombies umringt sind, weiß man, daß die Rettung in letzter Sekunde herbeieilen wird.
"Zombieland“ ist eine 08/15 Komödie, die passend alle Blockbuster des Kinojahres 2009 auf den Punkt bringt: Vorfreude, die der Enttäuschung weicht und letztendlich zu Gleichgültigkeit verkommt.
So richtig schlecht ist das alles nicht, wirklich gut allerdings auch nicht; wie kalter Kaffee, warmes Bier oder abgestandene Cola – besser als nichts.