Review
von Frankenstein84
In den letzten zehn Jahren ist man ja geradezu überflutet worden von Zombiefilmen. Angefangen von der Konsolen-Verfilmung "Resident Evil" über "28 Days & Weeks Later" bishin zum "Dawn Of The Dead"-Remake. Allerdings behandelten alle das Szenario toternst - bis auf... tja, "Shaun Of The Dead" vielleicht. Und was die Inselaffen können, können wir schon lange haben sich da wohl ein paar fuchzige Amerikaner gedacht und "Zombieland" ersonnen.
In den Vereinigten Staaten ist ein Großteil der Bevölkerung einem Virus zum Opfer gefallen und dadurch zu Zombies geworden. Der unerfahrene Columbus (Jesse Eisenberg) hat durch teilweise übertriebene Vorsicht, insbesondere durch befolgen seiner „Überlebensregeln“, als einer der wenigen überlebt. Auf der Suche nach seinen Eltern in Ohio begegnet er dem völlig gegensätzlichen Tallahassee (Woody Harrelson), der im Töten von Zombies seine Berufung gefunden zu haben scheint. Gemeinsam setzt das ungleiche Paar aus Verlierertyp und Draufgänger seine Reise und den Kampf gegen die Zombies fort. Auf ihrem Weg durch Zombieland werden sie von weiteren Überlebenden, zwei Schwestern, überlistet. Mit diesen verbünden sie sich später, was den Kampf gegen die Zombies leichter, aber das Zusammenleben in der Gruppe schwerer macht...
Irgendwie nimmt man Jesse Eisenberg (Verflucht) den Loser-Typen sofort ab. Jetzt nicht der Typ Vollloser-Kategorie Turnbeutelverlierer, der nix auf die Reihe bekommt, sondern vielmehr den 08/15-Durchschnittsloser. Offenbar hat Woody Harrelson (Natural Born Killers) der Film eine Menge Spaß gemacht, da man ihm die Spielfreude regelrecht ansehen kann. Er als Zombie-Terminator aus Leidenschaft trägt den kompletten Film und ohne ihn würde er mehr als halb so wenig Spaß machen. Emma Stone (House Bunny) und Abigail Breslin (Santa Clause 3) sind das weibliche Beiwerk, ergänzen sich allerdings auch toll mit Harrelson und Eisenberg. Kurz schaut dann noch Bill Murray (Ghostbusters) rein.
Action bekommt man in "Zombieland" eine Menge geboten. Vor allem im mit toller Rockmusik untermalten Finale, wo Harrelson im Vergnügungspark es mit einer ganzen Horde Zombies aufnimmt. Meistens werden die Zombies mit der Schrotflinte gemeuchelt, aber hin und wieder tut es auch eine Gitarre, eine Heckenschere oder ein "Hau den Lukas"-Hammer. Das der britische Humor von "Shaun Of The Dead" nicht gerade das Ding der Amis ist dürfte klar sein, weshalb hier überwiegend auf Brachialhumor und netten Wortgefechten. Dazu gehört u.a. auch die Beisetzung von Bill Murray inklusive Gewehrsalut, wobei alle erstmal warten müssen bis Columbus seine Doppelläufige nachgeladen hat.
Insgesamt macht der Film einfach Spaß und Harrelson ist als Tallahassee eine Bank.