Review

Nachdem eine Zombie Epidemie die Menschheit so gut wie ausgelöscht hat, macht sich der junge Computer-Freak Columbus auf den Weg, um seine Eltern in ihrer Heimatstadt zu suchen. So schlägt er sich durch das Zombieland (die ehemaligen USA) und trifft dabei auf den abgebrühten Tallahassee. Fortan ziehen beide in Tallahassees Wagen durch das Land, bis sie die beiden Mädchen Wichita und Little Rock treffen, die auf dem Weg in einen Vergnügungspark sind.
Ach ja, dachte ich, mal wieder ein Zombiefilm. Auch noch eine Komödie, ist ja fast noch schwerer gut umzusetzen, aber möglich (siehe "Shaun of the Dead").
Als ich allerdings Woody Harrelson las, wurde ich hellhörig. Noch erstaunter war ich über das Mitwirken von Comedy-Ass Bill Murray. Vorweg sollte man erwähnen, dass hier die Zombies, gegenüber klassischen Filmen, rennen. Das ist nicht wirklich mein Fall, habe ich mir aber hier gefallen lassen, trägt es doch auch zu diverser Situationskomik bei.
Gehen wir auf die Darsteller ein. Jesse Eisenberg spielt hervorragend den Angsthasen und Stubenhocker Columbus, der sich durch die Lande schlägt. Gute Wahl!
Woody Harrelson ist einfach nur geil. Total überdreht, gewaltgeil uns ständig auf der Suche nach der einzigen Sache, die ihm anscheinend Ruhe und Zufriedenheit bringt: Ein Twinkie Törtchen!
Woody legt die Zombies mit außerordentlichem Vergnügen um und spart hier wahrlich nicht mit Kreativität.
Die beiden Mädels sind sehr solide und spielen klischeehaft biestig und Emma Stone ist was für das Auge des männlichen Publikums.
Einfach nur grandios ist der Auftritt von Bill Murray. Hier will ich gar nicht darauf eingehen, muss man selber gesehen haben!
Die Umsetzung der Story ist auch sehr schön geworden. Nach eine recht großen, humorvollen, aber auch apokalyptischen Schlachtplatte zu Beginn, driftet der Film in der zweiten Hälfte eher in Richtung Roadmovie ab, um schließlich das Augenmerk darauf zu richten, wie die vier Überlebenden miteinander auskommen.
Das Finale im Vergnügungspark dreht dann nochmal richtig auf und Woody darf hier nochmal gepflegt die Sau raus lassen.
Die Kameraarbeit ist recht gut, spielt oft mit Erwartungen der Zuschauer, um diesen dann aber in genau die falsche Richtung zu dirigieren. Der Vorspann, mit dem Ausbruch der Seuche in Super Slow-Motion ist einfach genial montiert, dazu unterlegt mit Metallicas "For whom the Bell tolls", absolut passend. Überhaupt ist der Soundtrack sehr rock- und metallastig und passt gut zur gezeigten Action. Die Kulisse ist sehr gut, mit all den zerstörten Fahrzeugen und den menschenleeren Straßen, was allerdings in der zweiten Hälfte nachlässt. Das Zombie Make-Up ist gelungen, setzt aber keine größeren Akzente, wie in einigen Klassikern aus dem Genre.
Der Wortwitz, speziell in den Dialogen zwischen Eisenberg und Harrelson, ist spitze und zaubert immer wieder ein Lächeln in das Gesicht des Zuschauers. Dazu sind die Regeln, die sich Columbus zum Überleben hat einfallen lassen amüsant und werden immer wieder in den Film mit eingebaut.
Auch haben sich ein, zwei tragische Momente eingeschlichen, die aber keinesfalls unpassend wirken.
Negativ war vielleicht noch ein wenig das Ende, wenn die Mädels in den Vergnügungspark gehen und diesen Nachts lautstark und hell beleuchtet wieder eröffnen (wo kommt nur der Strom her und wie kann man so blöd sein und die Zombies mit so einem riesigem Ausrufezeichen auf sich aufmerksam machen)?
Bleibt alles in allem ein recht guter Zombiefilm, der mit Witz und Action überzeugen kann, wohl aber nicht mehr ganz so schön zündet, wie bei der Erstsichtung.
Fans des Genres werden hier gut bedient und zusammen mit ein paar Freunden am Abend, macht der Film nochmal so viel Spaß. Nach den ganzen (unter)durchschnittlichen Zombiefilmen der letzten Zeit, gibt es hier endlich mal wieder einen würdigen Vertreter des Genres.

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