Nachdem ich gestern "Piranha 3D" verrissen hatte, habe ich nun "Zombieland" von meiner To-Do-Liste streichen können. Ein Film, über den ich ebenfalls schon viel gehört habe, von dem ich aber eigentlich nur nervigen Klamauk (eine Art US-Steigerung zum witzigen "Shaun of the Dead") erwartet hatte.
Ich bin eines Besseren belehrt worden. Auch mal schön.
"Zombieland" findet bereits zu Beginn seinen Tonfall und Rhytmus, der seinem Plot angenehm angemessen ist. Dem Setting aus dem Vorreiter, der hier das "Dawn of the Dead"-Remake gewesen sein dürfte, wird nichts Neues hinzugefügt. Unter vielen Zombies gibt es die wenigen Überlebenden, die sich bloßer Hoffnung hingebend in eine Richtung bewegen. Hier landet man zwar nicht in einem Kaufhaus, aber dafür in der Villa von Bill Murray, wohl die witzigste Passage des Films. Dazu später mehr.
Bei einer solch dünnen Geschichte gelingt es dem Drehbuch hervorragend, die Charaktere zum Träger der knappen 80 Minuten zu machen. Der Nerd Columbus/Eisenberg vereint sämtliche Klischées in sich und verkörpert diese passgenau, seinen eigenen Off-Kommentar stets treffend.
Als Antipart kommt Talahassee/Woody Harrelson nicht weniger klischéebeladen rüber, jedoch durchbricht er den Stereotyp hin und wieder, indem er zum Teil psychisch nachvollziehbare Gefühlsregungen zeigt. Es gibt sogar einen ernsten Moment. Erstaunlich. Und ein Gewinn für den Film.
Die Mädels ergänzen ohne zu glänzen.
Man konzentriert sich auf das Wesentliche und das besteht aus einer Komik jenseits eines pubertären Fäkalhumors, die eingebettet in eine Survivalstory von den Charakteren getragen wird. Auf diesem Weg erreicht "Zombieland" einen durchschnittlichen bis leicht überdurchschnittlichen Unterhaltungswert, der gerade für Freunde vom Zombiethema empfehlenswert ist. Und davon gibt es ja dem Output nach nicht wenige. Selbst Fernsehserien nehmen sich dem ehemaligen Schmuddelthema ja mittlerweile an.
Als dann aber das Haus von Bill Murray infiltriert wird, gewinnt der Film nochmals. Durch die Selbstverkörperung Murrays und seinen Hang zur überbordenen Selbstironie, sowie seinen Hang zum trockenen und eher leisen Humor, wächst der Charme des Films schlagartig an.
Gerade das Zusammenspiel von Harrelson und Murray, die sich ja noch gut vom Dreh des ebenso sehr witzigen "Kingpin" kennen sollten, bietet einige Lacher und die vielleicht lustigste Sterbeszene der letzten Jahre. Und das eigentlich nur durch einen Blick. Unglaublich!
Somit ist "Zombieland"durch die untadelige und teils sogar robuste (der Splatteranteil ist perfekt ausbalanciert und hätte in den 80ern noch zu einer Beschlagnahmung geführt) Machart und einige Highlights eine Empfehlung für Freunde derberen aber nicht zwangsweise albernen Humors wert. Für diese merkwürdige Klientel der Zombiefans gibt es aber defnitiv eine Erweiterung des Pflichtprogramms.
Ich bin gut unterhalten worden. 8 Punkte.