Ein Zwei-Personen-Stück ist immer dann ein wenig problematisch, wenn eine kaum greifbare Grundsubstanz vorhanden ist und nur wenige Anhaltspunkte gegeben sind, worauf eine Sache hinauslaufen soll.
Auch in diesem Fall wirken einige Spannungsmomente arg konstruiert, was das fahrige Ende durchweg untermauert.
Schauplatz ist eine Bohrstelle in der Sahara, Nordafrika. Sicherheitsmann Thomas Jackman (Adrian Paul) bekam die Order, nach vermissten Wissenschaftlern zu suchen, doch er findet eine völlig verwaiste Forschungsstation vor. Etwas später stößt er auf Dr. Jennie Christianson (Kate Nauta), die den Ort so rasch wie möglich verlassen will. Doch als Jackman die Leiche eines Forschers findet, beschließt er den Dingen auf den Grund zu gehen, wird jedoch schon in der ersten Nacht von Wahnvorstellungen heimgesucht…
Was in seiner Konstellation an „Das Ding aus einer anderen Welt“ erinnert, offenbart sich als Mindfuck mit kleinen Schockeffekten, aber wenig Suspense.
Denn man wird über weite Strecken im Unklaren gelassen, was vorm Eintreffen von Jackman geschah, noch wird es im Nachhinein plausibel erklärt. Problematischer ist jedoch die unausgewogene Mischung, in der sich Regisseur und Autor Anthony Waller der Sache nähert.
Jackman bleibt als Identifikationsfigur, durch dessen Perspektive wir die Dinge subjektiv wahrnehmen, viel zu oberflächlich gezeichnet, vor allem innerhalb der Dialoge in den ruhigen Momenten. Ein Trauma durch den Selbstmord der Ehefrau, ein kurzes Anvisieren und Vergleichen von Gefühlswelt und Wissenschaft und im Verlauf immer mehr Unsicherheit, denn Visionen/Halluzinationen/Tagträume mehren sich, - der zunächst selbstsicher auftretende Mann mutiert zu einem psychischen Flatterhaufen.
Nur, wer oder was ist dafür verantwortlich?
Nahe liegend, dass Dr. Jennie ein falsches Spiel treibt, da sie sich in Widersprüche zu verstricken scheint. Möglich auch, dass aus dem Bohrschacht, dem der Streifen seinen Namen verdankt, das Böse in Form dämonischer Kräfte entweicht.
So streckt ein Dämon seine Knochenhand aus, im Spiegel erscheint ein verzerrtes Ebenbild und Audio-Aufnahmen aus dem Schacht klingen wie Jammern mehrerer Menschen.
Eine Zeit lang fruchtet die leicht bedrückende Atmosphäre, das Klaustrophobische und die zuweilen unheimliche Stille in der Wüste, die lediglich durch kleine Sandstürme unterbrochen wird.
Doch auf Dauer ist das zu wenig, um latentes Interesse beim Zuschauer zu gewinnen, denn es findet keine dramaturgisch deutliche Zuspitzung statt. Zwar steigt das gegenseitige Misstrauen, was durch eine entdeckte Videobotschaft bekräftigt wird, doch zu schwammig bleibt das Drumherum, zu willkürlich muten die spärlich eingesetzten Horroranteile an und die kleine erotische Komponente wirkt nahezu deplatziert.
Was Adrian Paul als erfahrener Gegenspieler vom „Highlander“ recht ordentlich gelingt, nämlich in den ruhigeren Momenten natürlich zu wirken, bekommt Gegenpart Kate Nauta nur leidlich hin, in vielen Einstellungen wirkt sie arg hölzern, in anderen neigt sie zum Overacting, auch wenn sie vom Optischen her gut in die Szenerie passt.
Möglicherweise hätten zwei wirklich charismatische Mimen weitaus mehr aus dem Kammerspiel herausholen können, doch auch die hätte das unausgegorene Drehbuch spätestens zum Finale im Stich gelassen.
Letztlich kann auf visueller Ebene noch ein wenig von der geringen Substanz der Geschichte kaschiert werden, einige Effekte wissen auf optischer Basis zu gefallen und tendenziell bietet die Location der einsamen Forschungsstation in der Wüste einen brauchbaren Ansatz.
Doch alles zusammen ergibt eine Mischung, die am Ende kaum zufrieden stellt, die nur eine Weile das Interesse auf sich ziehen kann, weil nicht mehr das eintritt, was man nach einiger Zeit aufgrund der vor sich hin mäandernden Geschichte erwarten müsste: Ein finaler Paukenschlag, der einen umhaut.
4,5 von 10