Inhalt:
China während der manchurischen Qing-Dynastie..., es herrschen Willkür und Gewalt. 4 Offiziere des 6. Prinzen töten hinterhältig den angesehenen General Liu Da Xiong (Guan Shan).
Diese 4 sind: Zhao Cai (Chen Hui Min), Hao Shi (Chiu Hung), Wen Jiu (Chen Feng-Chen) und Dou Qi (Fong Yau).
Nach der Tat wird die Frau von Liu, Yee Mei, vergewaltigt und von Hao verschleppt. Sie soll ihm sexuell zu Diensten sein...
Doch Yee Mei wehrt sich..., und wird wegen versuchten Mordes für den Rest ihres Lebens auf eine Gefängnis-Insel verbannt.
Dort gebärt sie eine Tochter..., und Yee Mei will, das dieses Mädchen ihren Mann eines Tages rächen wird....
Yee Mei stirbt kurz darauf..., und die mit inhaftierte Taschendiebin "Thousand Hands" (Wang Lai) nimmt die Tochter auf. Um die Spirale der Gewalt zu beenden, bringt "Thousand Hands" das Mädchen zu den Nonnen des Shaolin-Tempels.
Dort erhält Liu Jie Lian (Angela Mao) wie sie nun genannt wird, eine 20 Jahre umfassende Ausbildung in KungFu..., und sie wird zu einer hervorragenden Kämpferin.
In ihr stecken die Gene der Mutter..., sie hat ihren eigenen Kopf, schwänzt die spirituellen Schulungen des Klosters..., und will Rache an den Mördern ihres Vaters nehmen!
Sie wird aus dem Tempel entfernt..., draußen erhält sie Hilfe durch "Thousand Hands", die sie alsbald aufsucht..., und durch deren Sohn Ah Shu (Ha Yue). Später erhält sie noch Beistand durch den jungen Chen Bang (Bruce Leung Siu-Lung).
Liu Jie Lian nimmt nunmehr die Spuren zu den 4 Mördern auf. Hao Shi ist mittlerweile Besitzer eines Spielsalons..., Dou Qi ist Besitzer eines Bordells. Wen Jiu ist gar ein angesehener Arzt und Mönch im Dunstkreis des Shaolin-Tempels!
Und Zhao Cai..., er verfolgt Liu Jie Lian wie ein Schatten als ominöser Bettel-Mönch Yuan. Doch arbeitet er für General Tiu (Cheung Poi-San), der offenbar eine Rebellion plant....!
Alle diese Männer sollen der Rache Liu Jie Lians anheim fallen....
Fazit:
Im Jahre 1977 drehte Regisseur Chung Chang Wah (aka Jeng Cheong-Woh) diesen spannenden, durchdachten sowie routiniert und sauber abgearbeiteten Eastern, der als einer der ultimativen Angela Mao-Actioner gilt.
In den wie immer zweckmäßig gehaltenen Studio-Sets von Golden Harvest, die aber im Finale im weitläufigen Keller-Gewölbe eines Generals durchaus atmosphärisch zulegen, inszenierte Chung Chang Wah eine stringent gehaltene Rache-Story ohne große Umschweife.
Eine junge Frau erhält im Kloster der Shaolin-Nonnen eine umfassende Ausbildung in KungFu, diese eigennützig verwendet, um Rache an den 4 Mördern ihre Vaters und den Schändern ihrer Mutter nehmen zu können. Sie begibt sich auf deren Spur, jagt sie..., stellt sie.
Dies setzt Chang Chung Wah ohne große Schnörkel um..., gleichwohl er vor allem in den Rollen von 2 der 4 Mörder in ihrer Entwicklung nach dem Mord am Vater der Hauptperson noch Nuancen setzt.
Der eine hat eine "gute" Entwicklung genommen, ist gar Mediziner und Buddhist. Der andere ist Scherge einer offenbar geplanten Rebellion gegen die Obrigkeit..., und agiert gar als Schatten der Figur der "Liu Jie Lian" und gibt ihren Helfern gar Tips! Hier setzt Chang Chung Wah also die eine oder andere Nuance.
Letztendlich ist aber alles festgelegt, vorhersehbar wenn man so will. Angela Mao, die diese Rolle auf den Leib geschneidert ist, und die KungFu-Action stehen natürlich im Zentrum dieses Eastern.
Und natürlich sind die KungFu-Fights rasant choreographiert, hart und einfallsreich. Auch mit Waffen wird gekämpft.., Dolche, Schwerter...., Gast-Star Sammo Hung fightet mit besonderen Kampf-Sternmessern..., und auch Bojutsu, der Kampf mit dem Stock ist hier zu bewundern.
Zum Ende hin nimmt das Kampfgeschehen in Quantität und Intensität natürlich zu..., rassiges KungFu, und die für Golden Harvest-Eastern typische "klatschende" Geräuschkulisse.
Angela Mao, sie ist hier die Hauptperson. Mit ihren großen Augen und dem ja so oft dramatischen Gesichtsausdruck agiert sie hier, lässt sich nichts gefallen und verfügt über einen vehementen Selbstbehauptungswillen..., und Rachedurst! Sie ist ja vor allem eine KungFu-Fighterin..., das will man sehen, doch agiert sie auch darstellerisch in dieser Rolle überzeugend.
Ha Yue und Bruce Leung Siu-Lung sind ihre Helfer..., auch sie spielen und fighten gekonnt.
Wie erwähnt...., nuanciert sind hier die Villains in ihrem Rollenbild. Chen Hui Min ist hier der Haupt-Charakter und der schwerste Gegner der Heldin. Kaum wieder zu erkennen, mit langen grauen Haaren und Bart, kalt, brutal..., und raffiniert.
Er unterstützt einen General bei dessen verräterischen Plänen.
Chen Feng-Chen, wohl ziemlich geläutert..., findet zum Glauben, ist Buddhist und Mediziner..., rettet gar die Heldin, als diese vergiftet ist. Eine besondere Rolle und Performance.
Chiu Hung und Fong Yau bleiben hingegen als Bordell- bzw. Spielsalon-Chefs auf weniger tugendhaften Pfaden..., sind natürlich durch und durch böse.
Eine Reihe von Gaststars gibt sich hier noch die Ehre: Shek Tien agiert als Bordell-Manager, Shaw-Darsteller Lee Wan-Chung assistiert einem der Villains. Und dann haben wir hier noch Villain-Ikone Han Ying-Chieh ("Die Todesfaust des Cheng Li") als feuerspeienden (!) und Genre-As Sammo Hung als mit Sternmessern kämpfenden Bodyguard.
Die Indoor-Kulissen Golden Harvests sind wie erwähnt zumeist zweckmäßig, im Finale durchaus aber besonders, ein Kellergewölbe mit Drachen-Skulpturen vor den Wänden und interessanter Lichtgebung.
Atmosphäre geben der Shaolin-Tempel, hier wurde offensichtlich in einem richtigen Tempel gedreht..., und auch die Gefängnis-Insel. Ein Felsen-Eiland..., drumrum das Meer bis zum Horizont.
Nun..., es gab an diesem Streifen immer einen bestimmten Kritik-Punkt: Der Vergleich mit dem originären "Lady Snowblood" aus Japan. Ich finde man sollte diese Streifen nicht vergleichen. Außerdem, Remakes gab es doch schon immer..., und oft wurden diese auf die Verhältnisse eines anderen Landes oder einer anderen Zeit übertragen. Dies ist auch hier so, und Chang Chung Wah überträgt seine Variante dieser Geschichte eben nach China..., setzt seine eigenen Akzente im Rahmen seiner Möglichkeiten. Und weniger Blut...., keine Blut-Fontänen wie im japanischen Original? Chang Chung Wah legte eben mehr den Wert auf die Choreographie seiner KungFu-Fights..., ich fand das voll in Ordnung!
"Broken oath"...., gediegene, spannende Eastern-Kost. Ich vergebe respektable 8/10 Punkte.