Inhalt:
Hongkong 1978. Wan Li (Bruce Li) ist Archäologe und ein exzellenter KungFu-Fighter. Er und sein Cousin Chuen Sing (Larry Lee) wollen nach "Serpent Island", der Schlangen-Insel, ein noch unbekannt-geheimnisvolles Eiland nahe des indonesischeen Archipels. Dort wollen sie an die "Magic Pearl" gelangen.
Wan Li und Chuen Sing, sowie einige Begleiter (Yue Tau-Wan, To Siu-Ming), unterbelichtet aber treue Seelen, erreichen die Insel. Später kommt noch ein weiterer Begleiter (Nick Cheung-Lik) dazu. Die Schlangen-Insel wird von einem Zauberer, dem "Great Wizard" (Chen Hsing) beherrscht, der mit seinem Schlangen-Kult ein finsteres Regime auf der Insel errichtet hat.
Es kommt zu einigen Kämpfen mit den Schergen des Zauberers, darunter 2 gefährlichen KungFu-Fightern (Bolo Yeung, Lee Hoi-San).
Wan Li begegnet der Princes Ankawa ("Dana" Tsen Shu-Yi), verguckt sich in sie, die beiden beginnen eine Liason -bei der die Prinzessin gar schwanger wird-. Sehr zum Missfallen des "Great Wizard". Es kommt zum Kampf, Wan Li unterliegt, muss die Insel verlassen und nach Hongkong zurückkehren. Hier trainieren er und Chuen Sing eisern KungFu, um der Snake-Style-Technik des "Great Wizard" gewachsen zu sein.
Wieder auf der Insel, muss zudem eine ausländische Gangster-Bande bekämpft werden, die es auf die "Magic Pearl" abgesehen hat.
Schließlich kommt es zum Show-Down, und zum Duell zwischen Wan Li und dem "Great Wizard" um Leben oder Tod.
Kritik:
Im Jahre 1978 drehten die Regisseure Joseph Kong und Chi Yao Yang für die Studios von "Hon Wa" und "Hai Hua Cinema Co." diesen leider ziemlich schwachen Trash-Eastern als weiteren Bruceploitationer mit Bruce Li.
Der Film hat leider viele Schwächen. Eine so naiv-hanebüchene wie konfus in Szene gesetzte Story, pseudo-exotische Schauplätze, etliche Logik-Löcher, billige Trick-Effekte und einiges an Trash-Elementen, die leider den Streifen eher runterziehen als dass sie -unfreiwillig- lustig und unterhaltsam wären.
Die Regie und der für das Script verantwortliche Chi Yao Yang wussten ja noch nicht einmal selbst, wo sie denn die Handlung ansiedeln sollten: "Big Boss in Borneo", so ein Titel des Films, ein anderer Titel lautet "Bruce Lee in New Guinea" und im Streifen selbst geht es um die "Schlangen-Insel" ("Snake Island"). Dazu durchwandern Bruce Li und Larry Lee mit ihren Begleitern ohne jeglichen Proviant oder Ausrüstung, dafür im Safari-Hemd und hellen Hosen dieses Eiland, tja, hm, toll. Haupt-Akteurin "Dana" Tsen Shu-Yi wird mal eben schwanger, keiner weiß wie genau, und Chen Hsing spielt einen eher durchgeknallten Zauber-Villain. Dazu taucht aus dem Nichts eine trottelige Gangster-Truppe mit europiden Darstellern auf.
Die "Exotik" hält sich in Grenzen, somit auch die Atmosphäre, die einen nicht gerade vom Hocker haut. Die Story selbst ist hanebüchen und recht naiv, dazu etwas wirr und unausgegoren inszeniert. Die größten Schiel-Dödels des damaligen Hongkong-Kinos, Yue Tau-Wan und To Siu-Ming, sorgen zusammen mit Knautschgesicht Addy Sung und San Kuai als wirr-doofen Sohn des Zauber-Villains für weitere Trash-Effekte. Zudem bleibt einem doch tatsächlich ein Darsteller im billigen Affen-Kostüm der einen echten Affen spielen soll, nicht erspart. Der kann sogar KungFu und Handstand-Überschläge, heidewitzka. Das erhöht den Trash-Faktor dieses Filmchens denn natürlich total. Au Backe.
In all dem Treiben versucht Bruce Li als Held den Überblick zu behalten. Immerhin prügelt und schwitzt sich Bruce Li denn tapfer durch das Filmchen und das schwache Script, am Ende mit bloßem Oberkörper mit Kratzern und Schrammen ala ´dem echten Bruce Lee´. Na ja, Bruce Li hat natürlich wesentlich bessere Bruceploitationer abgeliefert als diese Trash-"Granate".
"Dana" Tsen Shu-Yi (aka "Dana" Shun Shuk-Yee), wer auf dünn steht, wird sie sexy finden. Und dann dieses Leopardenmuster-Kleidchen und die Leopardenmuster-Plateau-Stiefel, im Dschungel, da kriegt Mann ´ne Krise, echt. Sie kommt wie die Jungfrau zum Kinde, ist dürr und haut optisch nun wirklich nicht viel raus. Da gefiel mir eine der Gespielinnen von Chen Hsing, den viel eher, die rassige Lam Yeung-Yeung. Aber das ist eh Geschmackssache, wie der Film selbst den guten Geschmack eher vermissen lässt.
Apropos Chen Hsing. Der "Charles Bronson Asiens" darf hier den Trash-Faktor als durchgedreht-überzeichneter Schlangenkult-Zauberer pushen. In jedem anderen Film mit ihm gefiel er mir indes besser, was Wunder. Immerhin reißt sein KungFu die Sache etwas nach ´oben´, hochtrabend formuliert.
Die Gaststars die sich für diesen Eastern-Käse hergaben sind überraschend hochkarätig: Bolo Yeung und Lee Hoi-San als Schläger des Ober-Villain, Larry Lee als Cousin und gar Nick Cheung-Lik als so plötzlich auftretender wie undurchschaubarer (weil man nicht weiß, was er da eigentlich sollte) Begleiter Bruce Li´s. Sie können nur bedingt all das noch auf ein paar Bewertungs-Pünktchen hochziehen.
Was bleibt ist noch das Beste an "Bruce Lee in New Guinea" (oder Borneo, wie auch immer): Die KungFu-Fightaction. Die ist zwar auch nicht immer hochklassig, doch zumeist rasant in Szene gesetzt -vor allem Bruce Li "vs. 5"-, klassische Techniken, Bruce Li, Bolo Yeung, Chen Hsing, Nick Cheung-Lik und Lee Hoi-San bringen da genug Qualität mit. Am Ende geht es zu ratzfatz, und miese "Tricks" verschandeln auch den Show-Down Bruce Li vs. Chen Hsing, autsch.
Ein paar brauchbare KungFu-Actionsequenzen, der Rest ist zum Vergessen. Also kein toller Eastern, kein guter Film. Mund abwischen, der nächste Eastern bitte.
3/10.