Inhalt:
Irgendwo in China, in den kurzen Jahren der bürgerlichen Republik.
Chen Yee (Chen Hsing) wird nach 5 langen Jahren aus dem Gefängnis entlassen.
Sein Gefährte Ah Fang (Ma Kei) steht ihm bei..., und beide wollen den Goldschatz der Familie von Chen Yee bergen, dem ihm seine Mutter vor ihrem Tod vermacht hat.
Auf das Gold hat es Chen´s Bruder, Fan Ming (Lung Fei) abgesehen...!
Für Fan Ming, der einen Rivalen brutal tötete, ging Chen einst ins Gefängnis. Fan Ming ist das skrupellose Oberhaupt einer Bande, die mit Rauschgift handelt. Chen ist nur ein von Fan´s Mutter aufgelesenes Waisenkind..., und Fan Ming sieht sich als alleiniger Erbe des Goldes.
Dass dieses Gold einem karitativen Zweck zufließen soll, daran hat Fan Ming natürlicher Weise keinerlei Interesse....!
So entbrennt denn ein gnadenloser Kampf um dieses Gold!
Fan Ming bringt es in seinen Besitz, als dieser Ah Fang gefangen nimmt, und dessen Tochter, die aparte Xiao Mei (Chen Ying-Fung), Chen Yee bittet, mit dem Gold ihren Vater auszulösen.
Doch Fan Ming spielt wieder falsch..., er nimmt das Gold, Chen Yee wird gefangen genommen..., und Ah Fang kommt zu Tode...!
Fan Ming will einen groß angelegten Drogen-Deal mit Old Fox (Liu Ping) und dessem Sohn Yasuki (Yasuaki Kurata) durchziehen.
Doch Old Fox und sein Sohn spielen falsch..., wollen für das Rauschgift nicht zahlen, und Fan Ming und seine Männer töten!
Chen Yee konnte sich befreien..., und sucht mit Xiao Mei den Schauplatz des Kampfes auf...!
Es kommt zum gnadenlosen und überaus brutal geführten Show-Down, in dem Chen Yee seinem "Bruder" Fan Ming ein letztes mal beisteht.
Ein blutiges Drama nimmt seinen Lauf.......
Fazit:
Im Jahre 1973, der Hoch-Zeit des KungFu-Films, drehte Regisseur Chien Lung (aka Kin Lung) diesen harten, kurzen, kernigen und spannenden Eastern.
In dem Jahr, in dem Bruce Lee verstarb..., und dieser neue Maßstäbe im KungFu-Action-Kino setzte..., und die Figur des einsamen, harten Kämpfers quasi neu erschuf. Und so ist denn auch die Rolle von Chen Hsing hier konzipiert..., und Chen Hsing füllt diese Rolle denn geradezu bravourös aus. Darstellerisch ist dies für mich sogar mit die beste Leistung, die ich von diesem Schauspieler je sah....!
In hellen, klaren Bildern gehalten..., in einfachen Kulissen, viel open air, in engen Schluchten, oder am Meer, auf einer Hängebrücke unter strahlend blauem Himmel..., ist diese einfache, doch auch nuanciert umgesetzte Story denn angesiedelt, und die Dramatik der Ereignisse mündet zielstrebig in raue, harte KungFu-Action!
Der Streifen ist -zumindest in seiner deutschen Fassung, die cut sein dürfte- kurz..., nur 75 Minuten Laufzeit, so kommen denn keine Längen auf.
Doch gelingt es der Regie, Nuancen zu setzen, und zumindest die beiden Hauptfiguren auch facettenreich zu skizzieren..., und die Dramatik erhält zudem mit der Zeit immer mehr eine Eigendynamik. Beides erstaunt den Betrachter..., der doch eigentlich anfangs von einem eher weniger akzentuierten Actioner ausging.
Nein, Chien Lung gelingt es erstaunlicher Weise, aus wenigen materiellen Möglichkeiten, hier einen nuancierten KungFu-Streifen zu kreieren.
Das liegt zum einen an der sich steigernden Dramatik im Handlungsgeschehen, an der Härte..., aber vor allem an den Darstellungen.
Chen Hsing agiert in der Hauptrolle. Er ging unschuldig in den Knast..., war ein Waisenkind, und wird auch in seiner Gast-Familie, von seinem "Bruder" ausgenutzt und rumgeschubst.
Sein Bruder belügt, betrügt, ist durch und durch böse und eigennützig.
Chen Hsing will Gutes, meint es nur gut, will seinen Bruder endlich geläutert sehen, doch kriegt er ihn nicht zur Räson. Das macht ihn wütend und hilflos.
Mit zäher Hartnäckigkeit geht Chen Hsing gegen an..., und die ständigen Rück- und Nackenschläge lassen selbst den Zuschauer verzweifeln.
Chen Hsing spielt das mit einer bravourösen Intensität, blutend, verschwitzt..., und eigentlich fertig.., was auch durch die wieder einmal herausragende Synchronisation von Thomas Braut exquisit unterstrichen wird.
Sehr gut..., ich schrieb es ja hier schon öfter, Thomas Braut war einer der besten deutschen Synchronsprecher..., dieses Können, diese Hingabe und Inbrunst.
Thomas Braut´s Leistung ist hier genauso herauszuheben wie die von Chen Hsing!
Auch Lung Fei als Adoptiv-Bruder von Chen Hsing steht dem nicht nach.
Durch und durch böse, verschlagen, eigennützig und hinterhältig, eiskalt geht er über Leichen..., und Geld kann er nicht genug haben.
Liu Ping und Yasuaki Kurata sind hier noch Neben-Villains wenn man so will..., Chen Ying-Fung ist das niedliche Mädchen, welches auch eine verzweifelte Figur ist.
Auch die Bande von Lung Fei ist mit Blacky Ko, Chan Wai-Lau, Gam Ming, Lung Fong und Wang Tai-Lang für Eastern-Kenner prominent besetzt.
Wichtigstes ist natürlich die knallharte, rau-reelle KungFu-Action!
Anfangs in einem rustikalen Stil gehalten..., keine ausgefeilt hochstehende Action ala John Liu oder Hwang Jang Lee mit Highkicks und formvollendeter Körperbeherrschung, die war hier auch nicht zu erwarten..., doch nimmt das technische im Verlauf der immer intensiveren KungFu-Gefechte zu..., Yasuaki Kurata sorgt für feinere Abläufe..., und die letzten 15 Minuten sind Action-Total, auch hier mit sich hochschaukelnder Dramatik.
So soll das sein!
Ja, "Gold snatchers" ("Chen Sing - Der Superhammer"), ist ein überaus solider, harter, spannend-unterhaltsamer KungFu-Actioner mit erstaunlichen Nuancen und hochintensiven Darstellungen, die eine sich immer mehr steigernde Dramatik im Handlungs-Schema stark untermauern.
7/10.