Review

Unser Überraschungshorrorhit "Saw" geht mittlerweile in die sechste Runde, und wir alle - Fanboy, Poppcorn-Publikum und auch Hasser gehen alle mit.

In diesem Teil knöpft sich "Jigsaw" John Kramer (Tobin Bell) seine Krankenkasse vor, dessen Plan von seinem Lakaien und Nachfolger Mark Hofmann (Costas Mandylor) und seiner Witwe Jill (Betsy Russell) durchgeführt werden. Wie wir alle wissen starb Kramer an einem Gehirntumor und in diesem sechsten Teil sehen wir (in einer Rückblende), wie John bei dem Manager William Easton (Peter Outerbridge) vorspricht, für eine außergewöhnliche Heilmethode von der Krankenkasse finanziert zu bekommen, die ihm eine 40%ige Heilungschance gegen den Krebs versprechen könnte. Doch Easton lehnt ab, da seine Krankenkasse sich darauf spezialisiert hat, Löcher in dem Lebenslauf der Versicherten zu finden, um den Geldgewinn für die Versicherung zu maximieren, und auch Patienten mit "nur etwas" Hoffnung auf Leben bzw. einer geringen Heilungschance die nötigen Operationen nicht zu bezahlen.
Dafür darf er Jigsaw´s Spiel in einem stillgelegten Zoo spielen, bei dem die Opfer alle Angestelle dieser Krankenkasse sind.
Zeitgleich stößt das FBI auf Indizien, die gegen den vermutlichen Killer Peter Strahm (Scott Patterson) sprechen - und der neue Jigsaw Hoffman versucht mit allen Mitteln, dies zu vertuschen, dass jeglicher Verdacht auf ihn zurückführt.

"Saw V" war für viele ein weiterer Schritt in den Abgrund, für mich ein sehr guter Streifen mit ein weniger "SAW"-Gefühl - dafür mit mehreren Rückblenden, die die etwas konfusen Teile III und IV logischer machten. Klar knistert da das Pupsloch nicht so, aber dennoch ein guter Teil, der eben viel Wert darauf legte, die gesamte Geschichte in dem "Saw-Universum" runder zu machen. Dennoch schmiss Teil V auch wieder einige Fragen auf, doch diese werden in Teil VI alle beantwortet.

Teil VI nun wieder, macht es genau umgekehrt - er verzichtet zwar nicht gänzlich auf Rückblenden (die bis zum zweiten Teil hinabführen), jedoch steht die neue Geschichte im Vordergrund. Und dementsprechend ist er natürlich spannender ausgefallen. Was die Fallen angeht, so haben wir (zumindest über die Fassungen aus Österreich) schon weitaus heftigere gesehen, die blutigste Szene kommt eh schon am Anfang (wahrscheinlich nur, um die Ekel- und Kotzgrenze beim Zuschauer zu erwecken, da diese Szene keinen weiteren Einfluss auf die Story hat), aber dennoch hält sich auch hier wieder der Gore-Level geschmeidig hoch.
Was neu an den Fallen ist, setzt die "gefühlte" Gewaltschraube dennoch etwas höher, als sie optisch eh schon rüberkommt: Bei allen Fallen  waren Opfer ihrem eigenen Schicksal ausgesetzt. Hier darf der Krankenkassenmanager über Leben und Tod entscheiden (wie er es auch in seinem Beruf mehr oder weniger macht), nur eben in drastischer Form - und der Bursche gibt sich Mühe. Die Greueltat daran ist, dass er bei seinen vier Lektionen von mehreren Jigsaw-Opfern nicht alle retten kann, und sich entscheiden muss, wem er das Leben schenkt - und wen er in die Hölle schickt.
Höhepunkt ist mit Sicherheit die "Karussell-Pumpgun"-Falle, bei der seine sechs Elite-Jünglinge (die den ganzen Tag im Arbeitsleben nur damit verbringen, Fehler und Vorkrankheiten bei Versicherten zu finden, um die Finanzen der Krankenkasse zu maximieren) an das Karussell gefesselt sind und Easton jedoch maximal zwei von ihnen retten kann.

Die Spannungsschraube ist somit höher, der Plot ist nicht mehr so verwirrt und wirft (fast) keine Fragen mehr auf. Mandylor also neuer Jigsaw Hoffman gewinnt auch an Tiefe hinzu, das hätte ich dem Fettbacken gar nicht zugetraut. Alle anderen insklusive der Hauptperson Easton als Manager, sind lediglich nur Kanonenfutter. Jegliche Sympathien liegen einzig und allein bei Jigsaw und seiner Frau/Witwe (schon wieder).

Der Twist, der ja seitdem die Serie existiert, fällt diesmal leider am dünnsten aus. Es überrascht zwar, dass Easton alle Prüfungen mehr oder weniger gut meistert, und seine Familie am Schluss sehen darf - aber da haut es dann mal wieder kurz rein. Der andere "Twist" ist nach 20 Minuten schon abzusehen und überrascht wenig bis überhaupt nicht.

Dafür kann man aber sagen, dass jetzt nach Teil VI alle Fragen geklärt worden sind und man diesen Teil eigentlich als würdigen Abschluss sehen kann.

Klar, die Hauptfrage und Verschwörungstheorien sind immer noch die, was aus Dr. Gordon wurde. Aber ob er wirklich noch eine Rolle spielt ?!? Das sehen wir ja in den weiteren Teilen, die vertraglich schon zugesichert wurden.

Aber eine neue Frage, die mir aufkommt ist eben diese: Man sieht, dass John "Jigsaw" Kramer vermögend war. Warum wollte er sich das Geld bei der Krankenkasse "erbetteln", wenn er es aus eigener Tasche bezahlen könnte, bei 40% Heilungschancen einer Therapie in Norwegen (? war es dieses Land?)
Aber diese Area 51-Frage sollte nur mal so am Rande stehen.

"Saw VI" fällt wieder spannender aus, legt nicht wirklich viel wert auf Charaktertiefe neuer Darsteller und verfällt nur gelegentlich in Rückblenden. Das Gore-Limit aus Teil III wird nicht erreicht, dennoch bleibt hier eine hässliche Fratze der Grausamkeit und des Splatters zurück.

Für Fans und neutrale Zuschauer ein Muss. Und auch alle SAW-Hasser werden sich das Teil reinpfeifen, obwohl sie schon seit Teil III auf die "Mudda" geschwört haben, auf jeden weiteren Teil zu verzichten. Aber auch an die Hater: Ihr werdet überrascht sein, zumindest pennt ihr bei diesem Stück Film nicht ein!

9/10

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