Rabenschwarze Nacht, eine Straße die ein geschlossener Kreis zu sein scheint und immer wieder am selben Punkt endet. Auf ihr unterwegs André und mysteriöse sowie gespenstische Menschen - er ist nicht alleine und doch einsam. Führt die Straße wirklich nach Nirgendwo, ins Nichts ... oder ist nicht doch der Weg das Ziel?
Es gibt Filme bei denen man ellenlang die Handlung beschreiben kann ohne wirklich etwas zu verraten! Bei diesem Mystery-Horror aus der wohlbekannten Brandl-Filmschmiede ist eher das Gegenteil der Fall: allzuleicht verplappert man sich. Wer nicht "vorbelastet" durch Reviews die "Straße nach Nirgendwo" sichtet dürfte erst einmal verwirrt werden, aber keine Sorge, es wird klar worauf die Geschichte hinausläuft. Manche Leute (wie meine bessere Hälfte) durchschauen sehr schnell die Zusammenhänge, spätestens bei der Hälfte aber ist wirklich jeder(m) bewußt dass es eben keine Reise nach Nirgendwo sondern eine nach Irgendwo ist die da gezeigt wird. Das tut der Spannung aber in keinster Weise Abbruch, zu fasziniert und gefesselt will man wissen wie das Ganze gelöst wird! Unbedingt zu empfehlen ist auch die nochmalige Sichtung aus einem anderen Blickwinkel, zeitlich etwas anders geschnitten im Bonus enthalten, dadurch aber auch nicht ganz so faszinierend.
Nachts sind alle Katzen grau! Sicher nicht der Grund warum man sich von seiten der Macher entschieden hat in s/w zu drehen. Ich bin kein spezieller Freund davon, außer wenn es wie hier schlicht und einfach passend ist und entscheidend das allgemeine Stimmungsbild prägt. Dazu gehört auch der überragende Soundtrack von Michael Donner, immer passend, nie zu dominant und einfach rundum gelungen. Günther Brandl zeigt einmal mehr dass Übung den Meister macht, er spielt den André in jeder Einstellung glaubhaft, ebenso die übrigen Mitwirkenden. Leicht ist es sicher nicht mit den teilweise immer gleichen, vertrauten Gesichtern neue und andere Filme zu drehen, aber sie schaffen es immer wieder, Hut ab! "Straße nach Nirgendwo" ist zwar blutarm aber nicht blutleer. Lässt man sich auf die gelungene Atmosphäre ein wird man des öfteren mit kalten Schauern belohnt die einem den Rücken herunterlaufen, und auch ein paar wohldosierte und gerade deshalb vollkommen unerwartete Schockeffekte erschrecken bis ins Mark. Wenn man es denn kann funktionieren diese Szenen nach wie vor mit einfachsten Mitteln wie seinerzeit bei John Carpenter an den ich mich des öfteren erinnert fühlte was die perfekte Umsetzung angeht.
Fazit: "Strasse nach Nirgendwo" ist Spannungskino vom Feinsten - atmosphärisch unglaublich dicht, sehr überzeugend gespielt, mit einer raffinierten Erzählweise und perfekter Musik! Qualitativ sehe ich keinen Unterschied zu [...] und gewissen paranormalen oder Hexenfilmen. Sicher aber für den deutschsprachigen Amateur-Bereich herausragend! Das einzige was Brandl-Pictures fehlt ist nicht Geld sondern mehr Popularität und Bekanntheit, bedauernswert wenn solche Filmperlen ein Nischen- bzw. Schattendasein führen müssen. Von mir gibt es verdiente 10/10!