Review

Episoden 1-26

Der Name „Pita Ten“ ist den deutschen A/M Fans wohl eher durch den gleichnamigen Manga der Zeichnerin Koge Donbo (u. a. auch DiGi Charat) bekannt, der hierzulande bei Egmont erschien. Doch wie es so ist mit halbwegs erfolgreichen Geschichten, dem Manga folgten neben Hörspielen, Lightnovels und Artbooks im Jahre 2002 auch eine Animeadaption in Form einer 26teiligen TV-Serie.
Zuordnen kann man die Geschichte dabei wohl am ehesten dem Genre des „Magical Girlfriend“, eine bis dahin zwar vom Schicksal gebeutelter, aber eigentlich recht unauffälliger Schüler bekommt plötzlich ein mit übernatürlichen Kräften ausgestattetes Mädchen zur Seite gestellt, die sein Leben daraufhin ordentlich auf den Kopf stellt.
Dazu kommt der, man könnte fast schon sagen übliche, Cast, ein bester Freund, eine Freundin aus jüngsten Kindertagen (natürlich in die Hauptfigur verschossen), ein Rivale um die Gunst der Übernatürlichen und noch ein paar Nebenfiguren mehr. Alles zusammen bildet dann das Beziehungsgeflecht das fortan reichlich Stoff für witziges, aber auch dramatisches liefern darf.
Interessant ist bei „Pita Ten“ dabei das man sich bemüht zwischen männlichen und weiblichen Rollen die Waage zu halten und die Serie weder auf die Shojo (für Mädchen) noch die Shonen (für Jungen) Seite abrutschen zu lassen.
So findet man natürlich einerseits die typischen Klischeemädels, gut gebaut, süß und mit anziehenden Charaktereigenschaften versehen (von tollpatschig bis extrem zurückhalten und mit brüchigem Stimmchen) die vor allem die männliche Zielgruppe ansprechen sollen, aber auch den entsprechenden Bishonen Chara für die Mädels.
Somit haben also beide Geschlechter was zum anhimmeln und mit dem sie mit fiebern können, wobei eigentlich erst einmal wenig Gelegenheit dazu besteht, denn über lange Zeit steht bei „Pita Ten“ ganz klar der Humor im Vordergrund und nicht Romantik oder Drama, besonders letzteres spart man sich fast vollständig für die letzten paar Episoden auf.
Der Humor ist dabei größtenteils durchaus angenehm, auf Zoten oder allzu abgefahrenes wird verzichtet, stattdessen darf zu Beginn vor allem Mishas tollpatschige Art und später dann vor allem die Rivalitäten zwischen den einzelnen Figuren als Ausgangspunkt für Slapstick und Situationskomik herhalten. Leider wiederholen sich viele Muster dabei immer wieder, bestes Beispiel sicherlich die ständigen Kampfansagen von Hiroshi an Takashi, die ersterer stets höchst aufgebracht vorbringt und letzterer meist ziemlich gleichgültig entgegen nimmt. Sowas kann natürlich als Running Gag gut funktionieren, kann aber auch mit der Zeit ziemlich nerven, in diesem Fall tendiere ich eher zur letzteren Variante.
Nichts desto trotz verleben unserer Protagonisten aber eine schöne Zeit, in der sie so manch typisch-japanische Situationen erleben, vom Onsen-Besuch bis zum Sportfest bieten alltägliche Begebenheiten wie Kino oder Vergnügungspark reichlich Stoff für lustige Eskalation.
Zum Ende hin wird es dann, wie schon gesagt, auch endlich mal etwas spannender und vor allem dramatischer, wenn einigen Figuren plötzlich ein unschönes Schicksal droht und es fast schon so aussieht als wäre alles bisher erlebte verloren... aber ich denke es ist nicht wirklich gespoilert wenn ich schon soviel sage das es natürlich trotzdem ein Happy End gibt. Etwas anderes wäre nach dieser Serie auch wirklich nicht zu erwarten gewesen. Aber zumindest macht man es doch ein bisschen spannend und lässt den Zuschauer etwas zappeln.

Im großen und ganzen ist „Pite Ten“ damit eine durchaus brauchbare Serie, etwas seicht aber unterhaltsam, nicht zu abgefahren, mit einem niedlichen Design und annehmbaren Zeichnungen und Animationen. Sicher nichts was in irgendeiner Hinsicht herausragt oder die Serie zu etwas ganz besonderem macht, aber dafür durch und durch solide und angenehme Unterhaltung für zwischendurch, wenn man einfach mal bisschen was wohl fühl mäßiges zum schmunzeln braucht.

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