Review

"I never cared if they were any good or not! I just wanted to make movies!" (Larry Buchanan)

Außerirdische Kreaturen landen mit ihrem UFO in der Nähe einer amerikanischen Kleinstadt. Eines der unbeholfen durch die Gegend torkelnden Dinger wird vom "coolen" Teenager Stan (der damals etwa dreißigjährige John Ashley) überfahren, sehr zum Schrecken seiner Freundin Susan (Cynthia Hull), die mit im Wagen sitzt. Die abgetrennte Hand des Aliens beweist Eigeninitiative und krabbelt munter ins Dickicht, jedoch nicht, ohne zuvor noch mit ihren langen Krallen den Reifen von Stans Karre aufzuschlitzen. Die beiden Jugendlichen suchen Zuflucht bei Old Man Bailey (Charles McLine), werden aber vom mißgelaunten alten Mann verjagt. Als sie endlich die Polizei benachrichtigen und diese sich bequemt, Untersuchungen anzustellen, finden sie statt des Monsters den toten Carl (Bill Peck), woraufhin die Cops natürlich denken, Stan und Susan hätten den Burschen auf dem Gewissen. Da die Polizei unfähig und das Militär unfähig und unwillig ist ("How many times do we have to deny before people will believe us?"), nehmen unsere Helden die Sache selbst in die Hand, und mit ihren Freunden zeigen sie den außerirdischen Wesen, daß sie sich den falschen Planeten für eine Invasion ausgesucht haben. Im großen Finale verabschieden sich die Dinger dann recht spektakulär, weil sie unter Lichtbestrahlung explodieren.

Auch wenn sich der Plot noch halbwegs launig anhören mag, der Film ist es leider nicht. Sowas wie The Eye Creatures kommt also raus, wenn man gerne Filme macht, aber kein Talent dafür hat. In den Sechzigern drehte Larry Buchanan (1923 – 2004) fürs Fernsehen einige Remakes von alten AIP-Streifen, und dieser hier ist eines davon. The Eye Creatures ist eine Neuverfilmung von Edward L. Cahns Invasion of the Saucer Men aus dem Jahre 1957. Waren die "Saucer Men" schon kein großer Wurf, so konnten sie immerhin mit recht memorablen Aliens punkten. The Eye Creatures hingegen ist ein einziges Debakel von Anfang bis Ende. Mit schlechten Schauspielern, einer hanebüchenen Handlung, billigen Mann-im-Gummikostüm-Effekten und einer einschläfernd statischen Kameraführung könnte man ja noch leben, aber daß man das alles auch noch ungemein lieblos heruntergekurbelt hat, daß das Ergebnis zäh wie Gummi ist, daß der integrierte Humor so verkrampft wie unlustig ist, daß ohne Ende strunzdoofes Zeugs gelabert wird und daß das Geschehen auch noch furchtbar langweilig und öde präsentiert wird, gibt dem Streifen den Rest. The Eye Creatures macht einfach keinen Spaß und funktioniert nicht mal als debiler Trash-Heuler. Ein kleines Kunststück, da das Potential aufgrund der skurrilen Kreaturen und der bescheuerten Handlung durchaus vorhanden gewesen wäre.

Die Monster dieses lahmen Creature Features, die ursprünglich für Daniel Hallers Die, Monster, Die! (Das Grauen auf Schloss Witley) entworfen wurden, sind auch das einzige, was man mit viel gutem Willen als sehenswert bezeichnen könnte. Ihre Hautfarbe ist ein schmutziges Weiß, sie wirken etwas aufgebläht, ihre Körper sind voller Beulen, sie haben riesige dunkle Mäuler, und wenig überraschend sind sie auch noch mit Augen im Überfluß gesegnet. Die paar Szenen, wo die abgetrennte Hand für "Schrecken" sorgt, möchte ich ebenfalls nicht unerwähnt lassen, über den vermurksten Rest hülle ich jedoch besser den Mantel des Schweigens. Die Hauptrolle spielt John Ashley (1934 – 1997), welcher Genrefans vor allem als Held vieler vergnüglicher Filipino-Kracher (Mad Doctor of Blood Island, Beast of Blood, The Twilight People, The Woman Hunt, Savage Sisters) in Erinnerung geblieben ist (der schlechteste dieser Filme ist übrigens wesentlich unterhaltsamer als dieses öde Machwerk). Den Schnitt besorgte S.F. Brownrigg, der 1973 mit The Forgotten (Don't Look in the Basement!) einen deftigen Exploitation-Schocker ablieferte. Eine kleine Nebenrolle als Kellnerin spielt Shirley McLine, und ja, sie kann eine gewisse Ähnlichkeit mit der Shirley namens MacLaine nicht verleugnen. Gedreht wurde der Streifen in Dallas, Texas, und um Kosten zu sparen, hat man auch noch großzügig auf Stock Footage zurückgegriffen. Die Wenigen, die an The Eye Creatures Gefallen finden, wird es freuen zu hören, daß Larry Buchanan noch einige weitere Monsterschlocker inszeniert hat, wie z. B. Zontar: The Thing from Venus, Curse of the Swamp Creature, Mars Needs Women, It's Alive! und The Loch Ness Horror. Da können die Titel noch so verführerisch klingen, mein Bedarf an Filmen des Herrn Buchanan ist bis auf weiteres gedeckt.

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