Alljährlich ist man mehreren Gewittern ausgesetzt, besonders im Hochsommer. Da wägt man schon ab, ob der Rasen noch komplett gemäht werden sollte, oder es nicht sinnvoller wäre, etwaige Ampeln in Sicherheit zu bringen, damit diese nicht noch einmal von einer Windböe zu Boden geschleudert werden. Die Ausmaße der Blitze in diesem Syfy Beitrag nehmen natürlich ganz andere Dimensionen an, denn da steckt das Böse gewissermaßen im Detail.
Als Nancy mit ihrem Sohn auf der einsamen Landstraße unterwegs ist, scheinen mehrere heftige Blitze ihr Auto zu verfolgen. Als dieses quasi der Länge nach geteilt wird, kommen beide zunächst unversehrt davon, bis man in den Wald flieht und Nancy mit ansehen muss, wie ihr Sohn gegrillt wird. Tage später soll in der nahe gelegenen Ortschaft das Kürbisfest mit Anreise wesentlicher Investoren stattfinden, doch Sheriff Ted (Kevin Sorbo) als auch ein meteorologisches Forscherteam geben die höchste Warnstufe für ein herannahendes Gewitter aus…
Der Einstieg macht schon mal Lust auf mehr, denn nach einigen grellen Blitzen auf dem Asphalt (und nicht auf dem Feld daneben) deuten sich ein paar hanebüchene Aspekte an, welche bis zum Ende recht skurrile Ausmaße annehmen.
Natürlich wird das Treiben von klischeebeladenen, größtenteils überzeichneten Figuren begleitet, welche vom gutmütigen Sheriff über den tuntigen Bürgermeister über den netten Barbetreiber bis hin zum Forscherteam und einen einsamen Rächer reichen, der das Böse in den Blitzen mit einer Konstruktion einfangen will.
Trotz aller Oberflächlichkeit wird man mit den meisten Figuren schnell war, zumal einige von merklichem Augenzwinkern begleitet werden.
Actiontechnisch muss man hingegen eine Menge Geduld mitbringen, da zwischen dem ordentlichen Einstieg und einem weiteren Blitzausläufer einige Zeit verstreicht, in der die Figuren etabliert werden, aber trotz einiger paralleler Handlungsstränge ein wenig Bewegungsmangel vorherrscht.
Erst zum Showdown kommt das Mega-Gewitter ins Spiel, welches letztlich das gemütliche Örtchen und die feiernden Bewohner heimsucht und dabei einigen Schaden in Form von Einschlägen, Bränden und Explosionen anrichtet.
Die Palette der nicht gerade qualitativ einheitlichen CGI reicht von annehmbar bis katastrophal, etwa, als eine Kreatur in den Blitzen erscheint oder ein Motorrad auf dem Highway Feuer fängt. Positiv ist in diesem Kontext allerdings das Make-up hervorzuheben, denn die verbrannten Gesichter wurden recht glaubwürdig gestaltet und auch kleinere Brandwunden sehen relativ authentisch aus.
„Lightning Strikes“ ist so eine typische Fernsehproduktion mit sympathischen Eigenheiten, einigen überzogenen Figuren und etwas wenig Unwetter.
Final driften die Erklärungen für die extremen Ausmaße ohnehin ins völlig Groteske ab, aber wer sich auf eine solche Geschichte einlässt, in der der Bürgermeister wie das amerikanische Pendant eines FDP-Vorsitzenden auf Speed umher stolziert, weiß spätestens nach einer halben Stunde, worauf er sich einlässt:
Billig, charmant und im Gesamtbild einigermaßen unterhaltsam, - allerdings etwas, bei dem man besser wartet, bis es im TV ausgestrahlt wird.
5 von 10