Also sprach Zarathustra.
Dieses klassische Musikstück von Richard Strauss wird sehr häufig in 2001 - Odyssee im Weltraum verwendet und dient der Untermalung von ganz besonderen Ereignissen.
Vermutlich sollte man den ganzen Film ebenso sehen, wie die Overtüre. Eben nicht als Film, sondern als ein Stück Kunst. Es handelt sich nicht um einen Actionmovie der mit Effekten nur so strotzt. Die Effekte sind vorhanden, aber eben mehr auf künstlerischer Ebene der Bilder, die zu sehen sind und natürlich auf dem Niveau eines 1968 entstandenen Filmes. Für damals sicherlich bahnbrechend.
Vielleicht bin ich einfach zu verwöhnt, vielleicht ist es meine fehlende künstlerische Begabung. So oder so konnte ich der Weltraumfahrt nicht viel abgewinnen. Die Story und der Konflikt zwischen Mensch und Maschine sind sehr gut und persönlich dargestellt, ebenfalls das Intro "Die Dämmerung der Menschheit" in der Affenmenschen nur mit grunzenden Lauten kommunizieren, man diese durch Mimik und Gestik trotzdem versteht.
Leider sind sehr viele Szenen äusserst langatmig. Da landet ein Shuttle minutenlang auf dem Mond, ein schwarzbild mit recht nervigen Tönen erstreckt sich ebenfalls über Minuten weg oder man wird gegen Ende mit Farbstreifen nur so befeuert. Geheimnistuerei macht sich breit, wenn es um "die Sache" geht, der Zuschauer selbst steht bis zum Ende im dunklen und vergisst sogar, dass garnicht geklärt wurde worum es denn überhaupt geht. Wobei man natürlich angeregt wird sich seine Gedanken zu machen, weswegen denn "das Unternehmen" einen Flug zum Jupiter, nachdem auf dem Mond ein schwarzer, außerirdischer Monolith gefunden wurde, genehmigt.
Es wird sehr viel Raum für Interpretationen gelassen. Selbst nach dem zweiten mal gucken waren mir einige Dinge garnicht bewußt, auf die ich nun nach ein wenig Internetrechersche erst aufmerksam wurde. Beispielsweise was es denn überhaupt mit dem Monolithen auf sich haben könnte der sehr häufig zu sehen ist.
Trotz großer Langeweile geht eine gewisse Faszination von der Odyssee aus. Da es damals kaum Möglichkeiten gab irgendwelche Effekte am Computer zu erstellen, habe ich mir recht häufig die Frage gestellt, wie zum Teufel die ein und andere "Zauberei" entstanden ist. Beispielsweise die Verfolgung eines Astronauten während er im Kreis durch das Raumschiff joggt, oder die ein und andere Stelle, wo jemand die Wand hoch läuft. Das Making of hat Abhilfe geschaffen.
Das Making of gab ebenfalls Aufschluss darüber, dass Stanley Kubrick den Film unvollendet fertig stellen musste, da die finanziellen Mittel fehlten. Anscheinend gab es völlig andere Ideen für den meiner Meinung sehr abrupten und schwierig zu interpretierenden Schluss. Im Endeffekt bin ich aber froh, dass es bei den 143 Minuten blieb, denn das ist definitiv lange genug.
So gesehen leider für mich kein Science fiction Meilenstein, sondern eher eine künstlerische Darstellung unserer Vorzeit und des Weltraumes.
3 / 10