Mit Christopher Lee ist dieser Tage der wahrscheinliche beste Dracula-Darsteller aller Zeiten von uns gegangen. Er hatte Stil, Charisma und diesen speziellen, unnachahmlichen Blick.
All dies hat ein Damian Chapa nicht einmal ansatzweise und doch lässt ihn Autor und Regisseur Jorge Ramirez Rivera als Daywalker durch die Gegend latschen und versucht anbei einen auf "Blade" zu machen, was in allen Belangen in die Hose geht.
Casanova Vladimires (Chapa) ist der Sohn eines Vampirs und einer mexikanischen Landarbeiterin, weshalb er auch bei Tageslicht aktiv sein kann. Auf seinem Boot lebt die dreizehnjährige Alma, welche er einst vorm sicheren Tod durch Lepra bewahrte.
Als sich Casanova in Blanca verliebt, ruft er damit auch seinen Erzfeind Tex und dessen Schergen auf den Plan...
Der Stoff wird so unfassbar schlecht präsentiert, dass die nur 70 Minuten Laufzeit (der Abspann läuft in Zeitlupe und beansprucht beinahe zehn Minuten) beinahe doppelt so lang erscheinen.
Die holprige Erzählweise mit unzähligen Kontinuitätsfehlern lässt kaum einen roten Faden erkennen, da relativ wahllos Rückblenden eingebaut werden, teilweise auch ohne Kontext zur eigentlichen Geschichte.
Diese lässt ergo keine Spannung aufkommen, zumal auch noch emotionale Einschübe zu überstehen sind. So etwas kann mit laienhaften Mimen, die teilweise auch mal kurz direkt in die Kamera blicken, natürlich nicht funktionieren und die stumpfsinnigen Off-Kommentare des Halb-Vampirs tragen auch nicht gerade zum notwendigen Drive bei.
Entsprechend billig ist auch die Ausstattung, da selbst diverse Vampirzähne nach 10-Pfennig-Kaugummiautomat aussehen, das Make-up einfach nur so draufgeklatscht wurde und natürlich an Gewaltszenen gespart wurde, da Halsbisse lediglich angedeutet werden.
Selbst eine Deformierung infolge einer Lepra-Erkrankung sieht eher aus, als hätte man alte Erbsensuppe aufgetragen.
Die austauschbaren Kulissen schaffen keinerlei Atmosphäre und auch wenn gegen Ende ein Minimum an Action eingebracht wird, - die peinliche Choreo und die unsägliche Kamera versagen auch in diesem Punkt. Der Score ist immerhin okay und bezeichnenderweise performt die jüngste Darstellerin im Vergleich zum lumpigen Rest fast schon gut, doch das kaschiert nicht, was dem Genrefreund an Schrott zugemutet wird.
Die komplett vorhersehbare, lückenhaft erzählte Story ohne jeglichen Höhepunkt macht es beinahe unmöglich, dem Geschehen dauerhaft zu folgen, zumal die frauenfeindliche Tendenz die Chose nicht gerade sympathischer erscheinen lässt.
Eine hölzerne Angelegenheit, mit der man sich fast schon selbst den Holzpflock ins Herz rammen möchte...
Knapp
2 von 10