Noah Melville hat nie ganz verstanden, wie das Leben in den prüden, von Lügen und kaum unterdrückter Gewalt beherrschten Vereinigten Staaten wirklich funktioniert. Als Professor für englische Literatur an einem kleinen, überaus exklusiven College in Südkalifornien musste er das auch nicht. Er konnte einfach so weiterleben wie in seiner Studentenzeit. Für einen "Kenner" wie ihn ist der Campus ein wahres Paradies. Schließlich ist er hier immer von Scharen schöner, junger Frauen umgeben. Um sie zu protegieren, hat er einen ganz besonderen Escort-Service aufgebaut. Er vermittelt seine Studentinnen an reiche, gelangweilte Lebemänner wie den Millionär Cameron Morris. Doch als eines Tages eine junge Frau nicht unweit vom College tot im Müll gefunden wird, holt die Wirklichkeit den Shakespeare-Experten ein.
Vermutlich sollte Pound for Flesh (wie er zumindest auf meiner DVD betitelt wurde) wohl mal so etwas wie ein spannender Erotik Thriller werden, aber leider nimmt das öde Script sämtlichen Schwung aus der Story. Es tut schon fast weh verdiente Schauspieler wie Malcolm McDowell, Dee Wallace oder Timothy Bottoms in so einem Schnarcher um ihre Gage schuften müssen, aber zumindest so noch einen Mindeststandard setzen.
Der Film beginnt schon reichlich blöde, als eine der Escort Studentinnen es schafft, auf der Flucht vor ihrem zudringlichen Kunden, sich selbst zu erschießen, was sie zu einem klassischen Kandidaten für einen Darwin Award macht. So haben wir dann den eloquenten Professor, der zwar seine Frau liebt, aber seine Klasse zur Notenaufbesserung an reiche Knacker weitergibt. Allerdings kommen die Cops durch den raubeinigen Neuankömmling, der mal in Braveheart der Oberschotte war und hier den Professor schneller als Täter entlarvt, als es einst Columbo konnte, auf die Spur. Wer allerdings jetzt Action, clevere Ermittlungen oder Verfolgungsjagden erwartet, sollte sich den Film definitiv nicht antun. Die Geschichte läuft quasi auf einer permanenten Flatline ohne Infarktgefahr und ein paar Möpse allein machen eben auch keinen guten Film. Ich jedenfalls hatte mich königlich gelangweilt und die drei Punkte gibt's auch nur für die Schauspielerei.
3/10