Im Jahr 2010 startet ein Raumschiff mit sowjetisch amerikanischer Besatzung, um zu ergründen, weswegen die Discovery-Mission vor neun Jahren gescheitert ist. Während es auf der Erde jederzeit zu einem dritten Weltkrieg kommen könnte, finden die Astronauten heraus, dass es im Bereich des Jupiter Leben zu geben scheint, das jedoch alles daran setzt, nicht gefunden zu werden, darüber hinaus scheint sich der Bordcomputer der Discovery, HAL 9000, nicht mehr erinnern zu können, was vor neun Jahren geschah und dann taucht auch noch der letzte Überlebende der Discovery-Mission wieder auf.
"2001: Odyssee im Weltraum" setzte seinerzeit tricktechnische Maßstäbe und zählt zu den besten Filmen aller Zeiten, auch wenn mir persönlich Kubricks langatmiges Gewirr aus Bildgewalt und klassischer Musik nicht gefallen hat und bei "2010 - Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnahmen" handelt es sich um die Fortsetzung eben dieses Werks, die solide Unterhaltung bietet und damit mehr als der Vorgänger, mehr aber auch nicht.
Die Regiearbeit von Peter Hyams, der mit "Outland" bereits erste Erfahrungen im Genre sammeln konnte, gehört zu den Stärken des Films. Zwar erreicht Hyams nicht ganz die beinahe erdrückend große Bildgewalt, die Kubrick auf die Leinwand zauberte, aber sehen lassen kann sich sein Resultat allemal. Auch Hyams Werk erweckt den Eindruck monumentaler Größe mit den bildgewaltigen Aufnahmen des Weltraums und der verschiedenen Flugobjekte, sowie mit der gut eingesetzten Filmmusik, die wie beim Vorgänger unter Anderem aus den Kompositionen von Richard Strauss besteht, die die Größe des Films noch weiter erhöhen, auch wenn sich Hyams sicherlich über weite Strecken bei Kubrick und seinen Stilmitteln bedient.
Was den wesentlichen Unterschied zu "Odyssee im Weltraum" ausmacht, ist der Plot, der diesmal etwas umfangreicher, als beim überaus handlungsarmen Vorgänger geworden ist. So werden die Charaktere diesmal ausreichend konstruiert, der Plot enthält genügend Wendungen, um solide Unterhaltung bieten zu können und löst die mysteriösen Begebenheiten, die im Film zahlreich vorkommen diesmal auf, statt alle Fragen unbeantwortet zu lassen. Zwar ist es auch diesmal so, dass das Erzähltempo definitiv zu schleppend gestaltet ist, sodass auch hier einige Längen entstehen, aber diese sind nicht so quälend lang wie beim Vorgänger, da der Schnitt dann doch etwas schneller geworden ist und, weil der Film mehr als doppelt so viel Dialoge enthält, wie "Odyssee im Weltraum". Was an der Story stört, ist, dass zu viele verschiedene Aspekte mit in den Film integriert werden, so ergeben die mysteriösen Verstrickungen um den Monolithen, den wiederauftauchenden Bowman, um den Computer HAL 9000, außerirdische Lebensformen, sowie um die Annäherungen der amerikanischen und sowjetischen Astronauten, deren Vaterländer auf der Erde kurz vor einem Krieg stehen, ein etwas unübersichtliches Handlungsgewirr, das wesentlich spannender hätte werden können, wenn man sich auf einen oder zwei Aspekte konzentriert hätte, statt alle zu verwenden. So wird die meist relativ bedrückende Atmosphäre leider kaum genutzt.
Da der Plot eine größere Rolle spielt und wesentlich mehr Dialoge als beim ersten Teil eingebaut werden, sind die Darsteller diesmal mehr als nur Randerscheinungen zwischen gewaltigen Bildkompositionen. Dies nutzt Roy Schneider, der wie schon in "French Connection" und "Der weiße Hai" mit einer makellosen Leistung als sympathischer amerikanischer Astronaut überzeugt und den emotionalen Zugang zum Zuschauer durchaus findet, perfekt aus. Ebenfalls zu überzeugen wissen die spätere Oscar-Preisträgerin Helen Mirren und John Lithgow, der später unter Anderem in "Cliffhanger" und "Die Akte" zu sehen sein sollte, genauso wie die übrigen Darsteller, die routinierte Arbeit leisten.
Fazit:
Zwar ist die Bildgewalt nicht mehr so enorm, wie bei Kubricks Vorgänger, aber sie vermag zwischenzeitlich durchaus zu beeindrucken. Darüber hinaus ist der Film auch unter darstellerischen und atmosphärischen Gesichtspunkten gut gelungen. Da der Plot jedoch zu sehr ins mysteriöse, fantastische abdriftet und das Erzähltempo stellenweise zu langsam ist, unterhält der Film dennoch nur auf solidem Niveau, das jedoch in meinen Augen wesentlich höher als bei Kurbicks Film liegt.
52%