Diesen Titel muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Als Horror-unerfahrener Filmfreund stellt man sich darunter einen derben Streifen voll Sex und Gewalt vor. Als Horror-Fan hingegen lässt so ein Titel aufhorchen. Billiger Verleih-Trick? Ultra-Trash? Mehr Schein als Sein? Oder ein Film in Fulci-Tradition? Fragen über Fragen.
Nun, man kann schwer in Worte fassen, was einen erwartet. Kurz zur "Story":
Ein junges Mädel soll zu einer Testamentseröfnung in ein Schloss fahren, in dem Verwandte von ihr wohnen.
Dort angekommen verhalten sich die Bewohner des alten Gemäuers seltsam kühl und abweisend. Auch die ganze Atmosphäre in der Umgebung des Schlosses wirkt auf unsere Freundin bedrückend und kalt. Kruz vor Ende wird das Testament eröffnet.
Tja, das war es schon. Mehr passiert nicht. Unfassbar? Ja! Mega-schlecht? Nein!
Warum? Genau da liegt der Hund begraben. Es ist ausserordentlich schwer, diesen Film zu beschreiben. Er hat eine ruhige und tief melancholische Grundstimmung. Die Dialoge bewirken, dass man das Gefühl hat, einer höchst eigenartigen Dichterlesung beizuwohnen.
Die Intention des Films bleibt schleierhaft. Was will der Film ausdrücken, ja was ist das eigentlich für ein Film? Horror, Splatter, Drama? Im Prinzip nichts von alledem. Ich gehe soweit und bezeichne ihn als Poesie in Spielfilmlänge. Wie schwere Musik muss man "Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies" auf sich wirken lassen. Ich habe mir den Vorspann zig mal am Stück angesehen und bin fasziniert von der tragenden Musik und den äusserst ausdrucksstarken Motiven.
Dieser Film ist Kunst. Damit ist hier zunächst keine Wertung verbunden. Er ist einfach unkonventionell und ich muss sagen, dass ich noch nichts auch nur annähernd vergleichbares gesehen habe.
Jeder wird den Film fraglos anders aufnehmen. Wer einen Spielfilm - oder gar Horror-/Splatter-Film - erwartet, wird dieses Werk nach 10 Minuten verstört ausschalten und ihn als Schund o.ä. abtun.
Wer diesen Film aber ansieht, obwohl er den obigen Text gelesen hat, wird mit Sicherheit etwas ganz besonderes finden (wieder hier nicht als Wertung gemeint) und vielleicht etwas über das Gesehene nachdenken.
Für mich ist der Film düstere Poesie, eingefangen in melancholischen Bildern. Ich bin sehr froh, diesen Film gesehen zu haben. Gerade im Hinblick auf die heutige Filmkultur ist es für mich unfassbar, dass dieser Film gedreht wurde, im Kino lief und nun auf DVD erschienen ist.
Es war ein Erlebnis, ihn gesehen zu haben.
10/10 (nicht als herkömlicher Film)