Melissa George spielt die Mutter eines autistischen Jungen, die zusammen mit ein paar Freunden einen Segelausflug unternimmt. Sie geraten in einen Sturm, in dem das Boot kippt, woraufhin sie sich auf einen scheinbar verlassenden Dampfer retten. Dort kommt es infolge dessen zu einigen mysteriösen Ereignissen.
Was wie ein stereotyper Fließbandhorrorfilm beginnt und nach einer Viertelstunde gähnende Langeweile zu versprechen scheint, mündet urplötzlich in einen wirklich innovativen Film. Und so gelingt dem Horrorfilm, der eben nicht in der B-Schublade verschwindet, sogar der Sprung übers Mittelmaß, auch wenn bei Christopher Smiths Projekt nicht alles rund läuft.
Smith, der zuvor "Creep" und "Severance" inszenierte und auch bei "Triangle" sowohl für Drehbuch als auch für die Regie verantwortlich war, wirft, gerade als der Film endgültig drohte, in den altbekannten Handlungsbahnen des Genres zu versinken, die Regeln von Raum und Zeit mal eben über den Haufen und skizziert auf mehreren Handlungsebenen den Ablauf sich wiederholender Ereignisse auf dem unbemannten Dampfer. Wirklich komplex ist die Handlung dabei sicherlich nicht geworden, auch nicht genial, dafür fehlt die ganz grandiose Wendung und auch die innere Logik des Geschehens bleibt mitunter auf der Strecke, aber der Film überrascht immer mal wieder, hält den Zuschauer mit ein paar gelungenen Wendungen und einem zügigen Erzähltempo durchweg bei der Stange und hat damit durchaus einen gelungenen Unterhaltungswert.
Der kommt auch deshalb zustande, weil die Atmosphäre durchweg gespannt ist. Smith, der in punkto Atmosphäre auch bei "Creep" solide Arbeit leistete, setzt den verlassenen, düsteren Dampfer durchaus geschickt in Szene, sorgt aber vor allem deshalb für Spannung, weil er sich nicht allein auf gängige Schockmomente verlässt, sondern vielmehr darauf, dass seine surreale Story verstörend wirkt, was sie letztlich auch tut. Einzig das etwas in die Länge gezogene Ende überzeugt nicht wirklich, da es den Film zwar abrundet, aber eine endgültige Wendung, geschweige denn eine Auflösung vermissen lässt. Dafür weiß Melissa George den Film durchaus zu tragen und spielt die verschiedenen Facetten und Auslegungen ihrer Figur im Laufe des Films allesamt glaubhaft.
Fazit:
"Triangle" ist ein sehenswerter Horrorfilm, der zwar so seine Macken hat, dafür aber mit einer innovativen Story und einer spannenden Umsetzung gelungene Unterhaltung bietet und zumindest eine kleine Abwechslung in einem eintönigen Genre darstellt.
68%