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Mit "Creep" und "Severance - Ein blutiger Betriebsausflug" begeisterte Christopher Smith die Horrorgemeinde, sein neustes Werk "Triangle" kann da leider nicht mithalten. Wie immer schrieb Smith auch das Drehbuch und arbeitete mit einem verhältnismäßig geringem Budget, ausgetretene Pfade wollte er möglichst verlassen. Es ist ihm auch wirklich ein einmaliger Horrorfilm gelungen, der sich langsam aber kontinuirlich zum Problem entwickelt. Das Zitat auf dem Cover der DVD "Dieser Film wird dir den Kopf verdrehen" steht da wahrlich nicht umsonst. Ich würde mich dem Hype um "Triangle" gerne anschließen, aber ich habe von Smith einfach zuviel erwartet, so ist die Enttäuschung noch viel größer.

Jess (Melissa George) hat mit ihrem Kumpel Greg (Michael Dorman) und dessen Bekannten Downey (Henry Nixon), Sally (Rachael Carpani), Heather (Emma Lung) und Victor (Liam Hemsworth) einen Segeltörn geplant. Doch sie kommen in ein schreckliches Unwetter, schließlich kentert das Boot. Doch sie können sich auf ein großes Passagierschiff retten, welches jedoch verlassen ist. Zumindest scheinbar, denn plötzlich peitschen Schüsse durch die Stille, Jess muss mit ansehen wie die anderen grausam ermordet werden. Doch dies ist nur der Auftakt zu einem Alptraum, denn Jess ist sich sicher, dass sie schon mal auf dem Schiff war.

"Triangel" ist der Name einer Kleinstadt in Simbabwe, hier ist es der Name des Segelschiffs, welches Greg gehört. Schon der Beginn gestaltet sich ein wenig seltsam, wenn Jess für den Segeltörn ihre Sachen zusammenrichtet, es klingelt an der Tür doch niemand ist da und schließlich ihr zurückgebliebener Sohn der sich seltsam benimmt. Alles Dinge die der Zuschauer wieder schnell hinter sich lässt, denn es dauert nicht lange und man befindet sich auf offener See. Wir lernen die recht sympathischen Charaktere etwas besser kennen, doch Smith lässt schnell das Unwetter hereinbrechen und nach zwanzig Minuten ist man auf dem Ozeanriesen. Im ersten Drittel vermag "Triangle" eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, das alte und verlassene Passagierschiff mit einem Labyrinth an Gängen. Jess scheint dieses Schiff sogar zu kennen und warum finden sich ihre Schlüssel an Bord ? Das Ganze klingt einfach zu gut, um eine plausible Erklärung mit sich zu bringen und leider verliert "Triangle" auch bald seinen Reiz. Denn plötzlich sind alle tot, nur Jess und ein vermummter Killer tummeln sich noch an Bord, doch der sich aufbauende Überlebenskampf gestaltet sich anders als gedacht. Zudem ist "Triangle" kein trivialer Slasher.

Ich will hier nicht zu viel verraten, aber in der zweiten Hälfte geht es rapide bergab. Viele Szenen wiederholen sich ettliche Male und irgendwann kann und will man das nicht mehr sehen. Die Spannung verzieht sich nach und nach von Bord und des Rätsels angebliche Lösung ergibt für mich keinen Sinn. Im Finale gibt es noch einige Momente, der Zuschauer hofft auf einen Clou, wird aber nur mit ratlosem Gesicht zurückgelassen. Das Ganze vermag im Entfernten an "Reeker" oder "Dead End" erinnern, nur lange nicht so originell. Da helfen auch einige blutige Morde nicht weiter. An Smith Inszenierung ist dabei nichts auszusetzen, denn er kommt schnell zum Wesentlichen und ein altes Schiff als Kulisse erhöht die Effektivität dieses Horrorfilms. So sind auch die Darsteller große Klasse, besonders Melissa George (Turistas, 30 Days of Night). Ihr Charakter steigert sich richtig in die Sache hinein und wir sehen, dass menschliche Gefühle oft eine Katastrophe auslösen können. Die restliche Besetzung, ausser Liam Hemsworth (Knowing, Mit dir an meiner Seite) ist recht unbekannt, aber trotzdem auf gutem Niveau agierend.

Man muss etwas wagen, um zu gewinnen und Smith versucht hier Klischees zu umgehen, doch sein Ausnahmehorror "Triangle" will nicht so recht funktionieren. Während das erste Drittel wirklich spannend daherkommt, wird der Film danach immer abstruser, eine logische Erklärung für diese Phänomene bleibt natürlich aus. Wirklich schade um die guten Darsteller und die brauchbare Grundidee.

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