Was als netter Segeltrip mit Freunden beginnt, endet auf dem gekenterten Rumpf der Segelyacht nach einem Unwetter auf See. Glücklicherweise kommt ein Schiff vorbei und nimmt die Schiffbrüchigen auf. Ist das die Rettung?
Nee, natürlich nicht, sonst wäre der von Christopher Smith geschriebene und inszenierte Thriller „Triangle“ recht schnell vorbei. Eigentlich beginnt hier erst der Hauptteil des Films, das Vorgeplänkel zur Einführung der Charaktere ist eben genau nicht mehr als das, wenn es auch gegen Ende einen neuen Dreh verpasst bekommt. Denn, und das ist das Herz des Werks, wirft Smith seine Figuren hier in eine Situation, die nicht spoilerfrei beschrieben werden kann. Der Spruch „Man sieht sich immer zweimal“ bekommt da eine ganz neue Bedeutung und dass Hauptfigur Jess hier einiges bekannt vorkommt, wundert irgendwann nicht mehr. Im Übrigen war das Betreten eines Zimmers mit der Nummer 237 schon früher nur selten eine gute Idee.
Ähnlich gelagerte Filme gab es schon zuvor, Smith würzt seine Variante immerhin mit Tempo und zieht sein Szenario konsequent durch. Es ist interessant zu sehen, wie sich der zuerst löchrig anmutende Plot nach und nach ergänzt und bis zu seinem bitteren Ende führt. Auch atmosphärisch ist „Triangle“ gelungen, lädt mit seinem Fortschreiten immer auch zum eigenen Überdenken der Zusammenhänge ein und kann das ansprechende Spiel von Melissa George vorweisen, obwohl mir Jess' Entwicklung, Erkenntnis und Evolution da insgesamt zu schnell vonstatten geht.
Allerdings hat das Ganze noch weitere Schattenseiten. Zuvorderst verrät ein Dialog quasi schon die gesamte Prämisse, so man was mit griechischer Mythologie anfangen kann. Hinzu kommen die mitunter nervigen Mitreisenden („Heather?“). Eher vernachlässigbar sind die mäßigen (digitalen) Effekte, auch sollten diese nicht von einem erneuten Ansehen abhalten. Dafür bietet sich die in ansehnliche Bilder gegossene Geschichte durchaus an, Interpretationen zum generellen Warum oder auch dem Ende mag man haben und so verschachtelt sich das Szenario geben mag, es verschließt sich nicht einer Erklärung. Schade, dass sich das Mysterium quasi im Vorbeigehen durch zu viel Information selbst ein gutes Stück entzaubert.