Nach dem Chaos einer Kneipenschlägerei beschließen der bemitleidenswerte Barsänger Nino (Santiago Segura) und der ebenfalls nicht gerade erfolgreiche angebliche Schauspieler Bruno (El Gran Wyoming) zusammen eine Karrierre als Comedian zu starten. Und obwohl Nino jegliche Spur von Witz vermissen lässt und sich sowieso eher als Musiker begreift und Bruno auch nicht unbedingt der geborene Siegertyp ist, rutschen die beiden irgendwie ins Rampenlicht und gewinnen die Sympathie der Zuschauer. Ihre Nummer auf der Bühne ist dabei denkbar simpel: Nino spielt bzw. ist der stotternde Trottel und Bruno macht Faxen und verpasst Nino dann saftige Backpfeifen. Diese aus der Not geborene Aktion wird zu ihrem Standardprogramm. Wieso genau, sei mal dahingestellt, aber das Publikum johlt, so dass ihr Manager immer größere Verträge an Land zieht, die Kasse klingelt und die beiden ein schönes Leben haben könnten.
Eigentlich. Denn mit der Dauer staut sich bei Nino immer mehr Frust an. Im Schatten des lustigen und eloquenten Nino fühlt er sich als Part des moppeligen Dummbeutels, der die Schläge kassiert, ausgenutzt und ist zudem neidisch auf Brunos Erfolg bei Frauen während er mehr das Muttersöhnchen abgibt. Den beiden steigt der Erfolg zu Kopf und jeder will die erste Geige spielen. Es entwickelt sich ein immer größerer Zwiespalt und alsbald schwingen sich die Eifersüchteleien zur handfesten Hysterie auf, bis die beiden schließlich von Freunden zu Erzfeinden werden und der reine Psychoterror beginnt. Auch jegliche Versöhnnugs-Versuche ihres Managers schlagen mehr oder weniger fehl und als dann auch noch Ninos Mutter stirbt, woran Bruno nicht ganz unschuldig ist, gerät die Situation vollends außer Kontrolle...
Neben den lustigen Einfällen der Spielchen, Fallen und schließlich Gewaltexzessen der beiden Protagonisten besticht „Muertos de Risa“ auch durch seinen Drama-Anteil, der den Humor subtil beeinflusst und die traurigen Seiten der scheinbar so ulkigen Figuren aufzeigt. Nino ist ein traumatisierter Kerl, dessen Mutter nie mit ihm redet und der irgendwann etwas den Bezug zur Realität verliert und vorgibt etwas zu sein was er nicht ist, nur um nach Außen hin und besonders in Richtung Bruno einen gewissen Status zu erhalten und um vorzugeben, wie wohl es ihm geht. Bruno ist keinen Deut besser, irgendwann auch ein psychisches Wrack, und bringt seinen Partner hinterhältig ins Gefängnis um ihn auszubooten. Ob daraus aber nun die Moral abzuleiten ist, dass es das Showbiz ist, das unfair, hinterlistig und krank macht, ist wohl eher fraglich und das Ganze ist wohl auch weniger als Kritik gemeint, sondern einfach als irre Groteske - und insofern als gelungen zu bezeichnen.
Fazit: Mit "Muertos de Risa" hat Álex de la Iglesia einen herrlichen Film mit schwarzem Humor und grotesken Überzeichnungen geschaffen, in dem sich die beiden Hauptfiguren immer weiter in ihren bitterbösen Irrsinn hineinsteigern bis es letztendlich kein zurück mehr gibt und sie erst auf dem Gipfel ihres Wahnsinns wieder gemeinsam auftreten um abtreten. Wer auf hintersinnigen bösen Humor steht und inmitten des seltsamen Treibens eine beigemischte melodramatische Note nicht verschmäht, sollte bei Gelegenheit unbedingt einen Blick riskieren. Wem schon z.B. "El dia de la bestia" oder neuere Werke von Iglesia wie "Ein ferpektes Verbrechen" gefallen haben, muss sich vielleicht auf einen etwas leiseren Humor aber nicht auf eine weniger pompöse Inszenierung gefasst machen und darf sich ohnehin angesprochen fühlen! (8/10)