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Mit "2012" bereichert Roland Emmerich seine Filmografie um einen weiteren Blockbuster der Kategorie "groß, laut - und schnell vergessen".

Als sich 2009 die Anzeichen häufen, dass innerhalb von 3 Jahren die Welt sprichwörtlich untergehen wird, bereiten sich die Staatschefs aus allen Ländern auf einen möglichen Neuanfang vor. 2012 vernichten Naturkatastrophen die Erde schneller als von Wissenschaftlern berechnet. Mittendrin im Chaos: Jackson Curtis, seine Ex-Frau und die Kinder ...

"2012" hätte die Mutter aller Katastrophenfilme werden können. Doch leider geht bei Emmerich alles schief, was man sich nur vorstellen kann.
Er besetzt die tragenden Rollen zwar mit einigermaßen bekannten Gesichtern (Danny Glover, George Seagal und John Cusack), doch einen Charakter bekommt keine der Hauptfiguren verliehen. Identifizierungsmöglichkeit: Fehlanzeige. So sitzt man also im Kinosessel und lässt die zweieinhalbstündige Zerstörungsorgie über sich ergehen, ohne dass es die geringste Wirkung auf den Zuschauer hat. Oftmals drückt sich einer der Darsteller kurz vor seinem Filmtod ein Tränchen zu albernen Dialogen (von Emmerich höchst persönlich mit verfasst) aus dem Augenwinkel. Weltuntergangsstimmung kommt trotzdem zu keinem Zeitpunkt auf. 
Besonders putzig ist dann noch die Tatsache, dass sich Jackson Curtis immer mitten im Epizentrum einer Katastrophe befindet und sich in Videospielmanier auf Schwierigkeitsgrad "Anfänger" per Auto oder Flugzeug samt seiner Lieben ohne Hängen und Würgen in Sicherheit bringen kann. Und selbstverständlich bleibt selbst unter größtem Zeitdruck immer genug Platz für ausschweifende Entschuldigungen an die Familie. Das wirkt dann so unglaublich künstlich und lachhaft, dass sogar die richtig guten Effekte verpuffen.

Nach so einem Weltuntergangsszenario sollte man als Zuschauer eigentlich schon mal das Sparen für die freien Plätze auf der Arche anfangen. Doch dieses Spektakel lässt komplett kalt, sodass ich mich nicht mal animiert fühle, einen Cent beiseite zu legen.

Nö, Herr Emmerich, das war nix! Dann doch lieber einen Katastrophenfilm alter Schule wie "Flammendes Inferno" oder "Erdbeben" als diese überlange und gegen Ende ziemlich öde Achterbahnfahrt.

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