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Spielte Roland Emmerich in der Vorschau von "Godzilla" (Riesige Pranke zertritt durch das Museumsdach ein Saurierskelett) noch auf Spielbergs "Jurassic Park" an, gibt es hier direkt in einer der ersten Einstellungen einen selbstsicheren und etwas zynischen Gruss an Camerons "Titanic". Und den kann er sich auch leisten!
Was in der ersten Hälfte von "2012" alles in unglaublich perfekter Tricktechnik zerstört wird ist mehr als die Summe aller bisher gedrehten Katastrophenfilme zusammengenommen. Hierfür eine glatte 10 von 10...und das ist noch fast untertrieben. Wer in einen Emmerich-Film geht, der sollte eigentlich seinen Realitätsanspruch an der Kasse abgeben, ansonsten ist er im falschen Film. Ich habe das brav getan und mich selten so gut unterhalten gefühlt.
Die Kehrseite der Medaile ist aber eine ebenso typische Emmerich-Eigenheit, die er auch dieses mal nicht hinbekommen hat: Der Film steckt zuviel Bombast in die erste Filmhälfte. Natürlich ist die zweite Hälfte mehr von Pathos und Kitsch durchtränkt, als man es sich wünscht...aber das kann ich ja noch in Hinblick auf den Allgemeingeschmack (200 Mio wollen finanziert werden) noch verzeihen. Dass aber bei ALLEN (?) Emmerich Events der Höhepunkt aber sehr weit vor dem Abspann stattfindet, das sollte ihm doch mal einer sagen.
Ich glaube im Grunde weiss er das und sieht als einzige Lösung, sich vorher etwas zurückzunehmen.
Auch keine gute Option.
Zurücknehmen sollen sich andere.
Vielleicht hätte es schon gereicht, wenn man zum Ende hin die Aufmerksamkeit etwas von den Archen weggenommen und auf den Rest der Welt gerichtet hätte...um sich da dann tricktechnisch nochmal RICHTIG auszutoben.
Trotz allem bleibt es für mich immer noch ein Ausnahmefilm!

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