So wirklich verstehen kann ich hier einige, extrem, schlechte Kritiken, beim besten Willen, nicht. Als ich mich an die neueste „Vernichtungs-Orgie“ von Roland Emmerich heran wagte, war ich schon so sehr, von dem Gedanken daran, eine „Tränendrüsendrücker-Banane“ wie James Camerons Titanic oder Michael Bays Pearl Harbor um die Sinnesorgane gehauen zu bekommen, voreingenommen, das ich sämtliche Erwartungen zurückgeschraubt hatte. Was vielleicht sogar gar nicht so verkehrt war.
Denn das was ich die nächsten 158 Minuten (die allerdings eher gefühlten 100 Minuten gleich kamen!) serviert bekam, war Katastrophen-Kino der Extraklasse. Denn alleine die Animationen der Untergangsszenarien rechtfertigen einen Kinobesuch und suchen ihres gleichen. Dem Film den typischen Ami-Kitsch vorzuwerfen, kann ich ebenfalls nicht verstehen, mal drüber nachgedacht, dass es sich hier um einen amerikanischen Film handelt. Wenn die Darsteller allesamt Asiaten währen, würde hier auch kein Hahn danach krähen, dass der Film einen gewissen patriotischen Touch hat. Was das eingestreute Tränendrüsendrücken angeht, so muss ich auch hier da gegen halten. Oder will mir ernsthaft jemand erzählen, das es ihn kalt lässt, wenn Teile seiner Familie (oder gar die gesamte), bei einem Erdbeben verrecken. Na also! Das Leben in einem Katastrophen-Szenario ist eben kein emotionales Picknick mit Popkornambitionen.
Einzig das übliche Heldengetue am Ende des Streifens ging mir einwenig gegen den Strich. Und mal abgesehen von der Tatsache, dass es sich zog wie ein Gummiband, hat es mich außerdem, irgendwie an die Szene mit Kurt Russel in Poseidon erinnert.
Trotzdem ein gelungenes Stück Filmwerk das den Weltuntergang in Hochglanz präsentiert.
09/10 auf der Richter-Skala