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Nach "Independence Day" und "The Day After Tomorrow" beschert uns Roland Emmerich, unser Mann in Hollywood für bombastische Materialschlachten und Weltuntergangsszenarien, sein neuestes Mammutprojekt "2012".

Nach den genretypischen Dialogphrasen und der Einführung der wichtigsten Charaktere, entfaltet Emmerich nach und nach die geballte Macht heutiger Tricktechnik und überzeugt mit einem bunten, lauten Spektakel, dass zwischen Spannung, Dramatik und unfreiwilliger Komik hin und her pendelt.

Vor allem die übertriebenen Actionszenen sind es, die beim Zuschauer nicht nur Erstaunen, sondern auch Lachattacken erzeugen und jeglicher Logik und physikalischen Gesetzen widersprechen.

Die Special Effects und digitalen Computeranimationen können sich angesichts des riesigen Budgets durchaus sehen lassen. Der ein oder andere Trick hätte noch etwas besser ausfallen können - vor allem von der Szene, in der ein Ozeanriese durch einen Tsunami zum Kentern gebracht wird, hatte ich mir mehr versprochen.

Emmerich, der auch als Co-Autor fungierte, ist ein phantasievoller Geschichtenerzähler, der genau weiss, was er seinem Publikum schuldet und so inszenierte er mit leichter Hand und einer tollen Besetzung naives, teilweise kitschiges Popcorn-Entertainment, bei dem so mancher Handlungsstrang vorhersehbar wirkt und die Klischees überwiegen, aber die Mischung aus sentimentalem Familiendrama, Verschwörungsthriller und Katastrophenfilm durchaus überzeugend ist.

Angesichts der Thematik des Films, in dem Emmerich bei einer Laufzeit von fast 150 Minuten zum Zwecke der Unterhaltung die halbe Menschheit entweder in einem Flammenmeer oder in riesgen Flutwellen umkommen lässt, wäre allerdings etwas weniger Klamauk wünschenswert gewesen.

Davon abgesehen sind vor allem die Szenen mit Woody Harrelson als durchgeknallten Verschwörungsfanatiker schon das Eintrittsgeld wert und auch die restlichen Darsteller spielen hervorragend, wobei vor allem Oliver Platt die Rolle des aalglatten und skrupellosen Arschlochs auf den fülligen Leib geschneidert ist.

Nach anfänglichen Längen entwickelt sich "2012" zu einem rasanten Action-Movie, dessen Ziel es ist den Zuschauer bestens zu unterhalten, auch wenn gegen Ende des Films der moralische Zeigefinger erhoben und indirekt Kritik gegen politische Machenschaften ausgesprochen wird.

"2012" bietet viel Altbewährtes was wir bereits aus "The Day After Tomorrow" kennen - nur auf globaler Ebene. Und da auch diese Zerstörungsorgie auf Emmerichs Konto geht und ein verdammt geiler Film war, muss sich "2012" dahinter nicht verstecken!

8 von 10 Punkte!

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