Einfach zu dick aufgetragen!
Das Weltverbrüderungs-Gedöns, garniert mit Familienzusammenhalt und tränentriefenden Versöhnungsszenen und Geständnissen im Angesicht des Todes sind wir ja aus Amiland gewohnt - wenn auch nicht so peinlich übertrieben wie von Emmerich. Insofern war ich da auch nicht allzusehr schockiert.
Ich habe also vor allem auf die Katastrophenszenen gesetzt. Aber auch da wurde ich... nunja, "enttäuscht" ist untertrieben. OK, technisch ist es perfekt. Aber auch hier zeigt sich, daß dem Emmerich einfach diese kleine Stimme im Kopf fehlt, die sagt "Jetzt ist der Witz zu Ende!".
Es wird nicht nur ein Schiff von der Flutwelle umgeworfen, es muß ein Flugzeugträger sein. Und er wird auf's Weiße Haus geworfen. Und der Flugzeugträger heißt "John F. Kennedy" (jaja, JFK kehrt ins Weiße Haus zurück - auf diesen Witz war Emmerich ganz besonders stolz). Und natürlich kriegt der US-Präsident den Flugzeugträger auf den Kopf - huch wie geistreich. Und der Ozean überflutet nicht nur den Himalaya, er fegt ein Kloster vom Berggipfel. Und im Kloster sitzt der Dalai Lama. Und läutet die Buddhisten-Glocke. Und die Menschenrettungs-Arche wird zufällig von einem im Ozean gelandeten Flugzeug gerammt. Und das Flugzeug ist genauso zufällig die "Air Force One" - das Flugzeug des US-Präsidenten. Und die Arche wird nicht nur gegen einen Berg geworfen, es ist natürlich der Mount Everest...
Daß die Sonnenauf- und untergänge vor Kitsch und Schmalz nur so triefen, versteht sich da von selbst.
Die frisch Konvertierten sind nunmal die Fanatischsten. Und so ist Emmerich als Deutscher in Hollywood den US-Peinlichkeiten wohl noch mehr verpflichtet, als alle anderen Regisseure zusammen.
Also mir ist der Typ mit seinen Filmen einfach widerlich...