2012 (2009)
Um seinen Spaß an "2012" zu haben, sollte man drei Voraussetzungen erfüllen:
1. man muß einfach Lust auf Popcorn Kino in Reinkultur haben
2. man muß bereit sein seinen Augen eine zwei Stunden andauernde Effektorgie vom Feinsten anzutun
und 3. man sollte alle anderen Eigenschaften die ein Film haben sollte, als zweitrangig ansehen und sich an die ersten beiden Punkte halten
Wenn man diese Regeln bei einem Emmerich Film beachtet, dann wird man auch gut unterhalten.
Zur Story: Sonneneruptionen sorgen dafür, daß es mit der Erde steil bergab geht. Plattenverschiebungen und Tsunamis sind die Folge und der Kampf ums Überleben beginnt. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Jackson (John Cusack) der seine Familie vorm Untergang retten will. Weitere Details gibt es nicht, aber ich kann sagen daß die Story gar nicht so schlecht wie erwartet ist. "2012" hat doch die eine oder andere Überraschung zu bieten, die Spannung hält sich trotzdem in Grenzen.
Es spielen einige bekannte Schauspieler mit, die werden mit Ihren Rollen auch keinen Oscar gewinnen, holen aber alles raus was aus den typischen Charakteren rauszuholen ist. Viele Charaktere sind klischeehaft und bieten trotz der beachtlichen Lauflänge des Filmes relativ wenig Tiefe.
Zu den Effekten kann ich nur sagen "Wow!". Da kommt man mit einem HD TV schon voll auf seine Kosten. Der Untergang der Erde sieht schon beeindruckend aus, dem Film sieht man sein hohes Budget von 200 Mio$ definitiv an. Das hat Emmerich halt auch einfach drauf, das ist genau sein Ding. In Sachen Zerstörung ist "2012" denke ich nicht mehr zu toppen.
So verwöhnt die Augen werden, so verarscht wird dann aber auch der Verstand. Der Film ist voll gestopft mit Zufällen und Unmöglichkeiten, daß man da gar nicht drüber nachdenken sollte.
Positiv für einen Emmerich Film dieser Art ist die Tatsache, daß die Amerikaner nicht wie üblich als die Übermacht dargestellt werden - nein die erwischt es genauso wie die anderen.
Insgesamt ist "2012" besser als ich erwartet habe und kann gut unterhalten. Optisch und akustisch handelt es sich hier um eine einwandfreie Präsentation mit solider Story. Würde mein Verstand nicht so von den klischeehaften Figuren sowie den wahnsinnigen Zufällen gequält, gebe es für "2012" eine richtig hohe Wertung.
Hoffentlich haben sich die Mayas geirrt 7/10