Kannibalinnen im Avocado-Dschungel des Todes ist das Regie- und Drehbuchdebüt von J.F. Lawton – und leider merkt man deutlich, dass er als Drehbuchautor weitaus erfolgreicher ist als als Regisseur. Später schrieb er Hits wie Pretty Woman oder Alarmstufe: Rot 2, doch hier bleibt sein Talent weitgehend im Dickicht des titelgebenden Avocado-Dschungels stecken.
Die Grundidee klingt zunächst herrlich absurd: Irgendwo an der Grenze zwischen Kalifornien und Mexiko herrscht im sagenumwobenen Avocado-Dschungel ein feministischer Stamm – die sogenannten Piranha-Frauen – über die letzte Avocado-Plantage unter US-Flagge. Da bereits mehrere Soldaten im Kochtopf der Damen gelandet sind, schickt die US-Regierung ausgerechnet die Frauenrechtlerin Dr. Margo Hunt mit ihrer Studentin Bunny und ihrem Ex-Freund Jim ins grüne Verderben. Das Ganze soll wohl eine Art weibliches Indiana-Jones-Abenteuer mit Kannibalismus, Feminismus-Satire und einem Hauch Apocalypse Now sein.
Was sich auf dem Papier wie eine bissige Genre-Parodie liest, entpuppt sich jedoch als erstaunlich zahnlose Komödie. Der Humor erschöpft sich größtenteils in Wortgefechten zwischen den drei Hauptfiguren. Mehr als ein gelegentliches Schmunzeln springt dabei selten heraus. Zwar sind einige Ideen durchaus charmant – etwa der Stamm strickender männlicher Eingeborener als ironischer Gegenentwurf – doch hapert es deutlich an der Umsetzung. Vieles wirkt wie eine Skizze, die nie zur fertigen Pointe ausgearbeitet wurde.
Fehlbesetzt wirkt vor allem Bill Maher in der männlichen Hauptrolle. Der heutige Talkmaster gibt hier den dummdreisten Indiana-Jones-Abklatsch, ohne jedoch Charisma, Heldenmut oder augenzwinkernden Machismo zu versprühen. Stattdessen nervt er mit zunehmender Laufzeit.
Karen Mistal als Bunny sorgt mit ihrer lispelnden, bewusst debil angelegten Darstellung zunächst für ein paar Lacher, nutzt sich jedoch schnell ab. Die beste Performance liefert noch Shannon Tweed als Dr. Margo Hunt ab – wobei man fairerweise sagen muss, dass das Drehbuch schauspielerisch niemandem viel abverlangt.
Positiv hervorzuheben ist immerhin der Stamm der Piranha-Frauen, die in einem Tempel mitten im Dschungel residieren, Männer verspeisen oder versklaven und damit zumindest optisch und konzeptionell etwas Reiz ins Geschehen bringen. Angeführt werden sie von Adrienne Barbeau, die mit ihrer Präsenz dem Film noch etwas Würde verleiht.
Es bleibt eine harmlose Abenteuer-Komödie mit satirischem Anspruch, die ihre eigenen Ideen nicht konsequent genug ausreizt. Für Trash-Fans mit Faible für schräge 80er-Jahre-Perlen mag der Film einen gewissen Reiz besitzen – alle anderen bekommen fast solide Durchschnittsware mit vertanen Chancen.