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Wow, ich bin seit langem mal wieder geschockt und habe die Nacht uebelst Alptraeume gekriegt. Was ich mir gestern Nacht noch kurz vor der Matratzenhorchmission angetan habe, heisst "Megan is Missing". Dieser Film hat es in sich, und als jemand der sich so gut wie alle Schocker da draussen angetan hat, dachte ich es gaebe nix mehr was mich noch vom Hocker hauen kann. Weit gefehlt, und das obwohl der Film weder explizite Sex- oder Gewaltdarstellungen hat. Zumindest nicht in der Weise, wie die in den letzten Jahren immer haerter werdenden torture filme es zelebrieren.

Die Story ist schnell erzaehlt. Megan, 14, und ihre beste Freundin Amy, 13, verbringen ihr Privatleben im Internet. So gut wie jedes Geheimnis wird entweder per webcam geteilt, oder auf das digicam video Tagebuch aufgezeichnet. Waehrend Amy von allen Mitschuelerinnen gedisst wird, ist Megan eine wahre Rotzgoere die fuer einen Joint auch schonmal einem kleinen moechtegern Dealer die Stange poliert.

Kurz darauf lernt Megan im Netz den vermeintlichen coolen Surferboy namens Josh kennen, der ihr mit seiner trocken sensiblen Art irgendwie zusagt. Etwas loses Geblubber von ihm, und Megan trifft ihn hinter einem Diner. Das letzte was dann von ihr zu sehen ist, ist das Ueberwachungsvideo auf dem sie von einem Unbekannten weggezerrt wird. Die schuchterne Amy meldet Josh der Polizei, die bereits fieberhaft nach Megan sucht. Kurz darauf beseitigt Josh auch Amy. Die Ermittler finden die digicam von Josh in einer Muelltonne, auf denen dann das extrem uebelst grausame Ende der kleinen Amy zu sehen ist, sowie das was vorher mit Megan passiert ist.

Und genau das hat es in sich. Die Leistungen der beiden Schauspielerinnen sind sehr glaubhaft und wirken real. Die Schockmomente sind rar, aber psychologisch gut angesetzt. Das Gesehene spielt sich mal wieder im Kopf ab, und laesst in Hitchcock Manier einen noch lange dran denken.

Dass dieser Film mit einem Minimlabudget und nur 8 Tagen Drehzeit dermassen seine Wirkung entfacht, liegt u.a. daran, dass Regisseur Michael Goi kein UCLA Filmstudent mit Geldnot ist, sondern auf 30 Jahre Erfahrung als Cinematopgrapher bei nahmhaften Produktionen zurueckblicken kann. Im Interview gab er daher auch an, dass es ihm ein Anliegen sei, Jugendliche auf die Gefahren des Internets aufmerksam zu machen, in Anlehnung an echte Faelle wie den "Craigs List Killer".

Die Tatsache dass diese Dinge wirklich passieren, und dass Kreaturen wie "Josh", sein Gesicht oder wahren Namen erfahren die Zuschauer nicht, da draussen rumrennen und es auf unschuldige Opfer abgesehen haben, machen das Ganze um so furchteinfloessender. Nichts ist so schrecklich wie die Realitaet eben. Dennoch wuerde ich es mir gut ueberlegen, ob ich dieses Ding einer Klasse von 14-jaehrigen Maedchen zumuten wuerde. Danach werden sie wohl zum Psychologen muessen oder lassen das olle chatten ganz von selber sein, was gar nicht so schlecht waere.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass mich dieser Film staerker geschockt hat, als alle "nasties" die ich bis jetzt gesehen habe. Als Reality Schocker funktioniert er psychologisch perfekt, aehnlich wie "Threads", "Bloody Sunday" oder "Irreversible".

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