Ringo und Tim sind zwei Schluris, die durch den wilden Westen ziehen und auf der Suche nach Geld sind. Als sie einem Mexikaner namens Fidel zwei mal das Leben retten, offenbart dieser ihnen, dass er eine Hälfte einer Schatzkarte auf dem Rücken tätowiert hat. Die Drei entschließen sich dazu, das Gold einzusacken, wobei sie vom hinterhältigen Tricky belauscht werden. Dieser besteht darauf, mitzukommen und die ungleichen Vier ziehen gemeinsam los...
„Es geht um deinen Kopf, Amigo“ ist ein italienisch / spanischer Western aus dem fernen Jahre 1966, der zunächst wohlige Atmosphäre verbreitet. Viel Wüste, viel Cowboyästhetik. Pferde und Saloonschlägereien. Alles wirkt nach gelungener Unterhaltung für den nostalgischen Aficionado.
Tatsächlich gestaltet sich Mario Caianos Wild West Film als durchaus spaßig. Die Charaktere funktionieren natürlich klar innerhalb der gängigen Klischees, sind aber nicht ganz so flach, wie man es vielleicht aus anderen vergleichbaren Beiträgen kennt. Klar ist es schwer, aufgrund der moralisch grauen Gesamthandlung von „Gut und Böse“ zu sprechen, aber Tricky kann sich schnell als unangenehmer, kaltblütiger Intrigant etablieren, wohingegen Revolverheld Ringo den Film gekonnt tragen kann. Natürlich stellt er auch nur die x-te Inkarnation des immergleichen Westernhelden dar, aber hier sollte man vielleicht auch nichts reparieren, was nicht kaputt ist. Irgendwann spielen die Intrigen und eine etwas holprige Liebesgeschichte eine größere Rolle, was aber nie anstrengend oder gar nervig wird, da die Kernidee nie aus den Augen verloren wird.
Weiterhin ist „Es geht um deinen Kopf, Amigo“ angenehm rasant ausgefallen. Langeweile kommt kaum bis gar nicht auf und die wackeren Schatzsucher durchstreifen viele verschiedene Gebiete und Szenarien, bis die begehrte Höhle mit der noch begehrteren Kiste endlich gefunden wird. Hier ist man manch anderem Spaghetti-Western, in dem eisern und stur in derselben Location geblieben wird, weit überlegen. Wir werden natürlich mit mexikanischen Banditen konfrontiert, im Knast landen die Jungs auch, man hebt zwischenzeitlich das Grab eines korrupten Sheriffs aus und vieles mehr. Ständig passiert etwas, ohne dass es verwirrend oder sprunghaft wird. Sehr gelungen!
Natürlich kommt auch die Action nicht zu kurz, denn was wäre ein Revolverheld ohne Revolver? Eins vorab: die Schießereien sind blutleer ausgefallen, Splatterfans müssen also woanders fündig werden. Dennoch ist die Choreographie gelungen und viele Szenen versprühen stereotypen Westerncharme. Besonders gelungen ist hier die Schießerei auf den Pferden, aber auch die Szenen um den Gefängnisausbruch wissen zu gefallen.
Fazit: „Es geht um deinen Kopf, Amigo“ ist ein klassischer Western, der dem geneigten Fan genau das bietet, was er haben will. Saloons, Pferde, mexikanische Dörfer, Kunststücke mit dem Revolver und schöne Kulissen bzw Ortschaften. Innovation kann man eher nicht ausmachen, dafür versteht sich der Film aber sehr gut selbst und ist genau das, was er sein will. Das Potential, das den klassischen Western-tugenden innewohnt, wird gekonnt ausgeschöpft, Langeweile gibt es keine und es fliegt auch genug Blei durch die Luft. Empfehlung.