Wenn Antonio De Teffè und Frank Wolff in einem Italo-Western zusammen spielen, dann freut sich der gemeine Fan, zurecht?
Erzählt wird die Geschichte von Ringo (Antonio De Teffè) der zusammen mit seinem Tim dem Gauner Fidel binnen weniger Stunden zweimal das Leben rettet. Bei der zweiten Rettungsaktion wird dieser jedoch verletzt und beim Verbinden der Wunden, finden Ringo und Tim ein Tätowierung auf Fidels Rücken, die wie eine Landkarte aussieht. Schon bald erzählt Fidel die Geschichte, wie er diese bekommen hat, und dass sie den Weg zu einem Schatz zeigt, es jedoch noch einen zweiten Teil gibt. Dieses Gespräch belauscht der Spieler Trickie (Frank Wolff), der die Bedingung stellt, an dem Schatz beteiligt zu werden. So begeben sie sich auf den Weg zum zweiten Teil der Karte, wobei die Parteien nicht mit offenen Karten spielen. So wollen sowohl Trickie, der Sheriff, welcher den zweiten Teil hat, und Fidel das Gold für sich behalten und versuchen sich auszuspielen...
Erfreulich an diesem Western ist die Tatsache, dass er nicht versucht auf der Schiene: Mann rächt sich für den Tod seiner Frau/Tochter/Familie etc. zu fahren sondern uns lieber ein, geschicktes Katz und Maus Spiel rund um einen Goldschatz beschert. Der Film nimmt sich im Gegensatz zu anderen Genrevertretern die Zeit, die einzelnen Charaktere näher zu bringen, und entwickelt so mehr Tiefe. Die Spannungskurve wird geschickt aufgebaut und durch einzelne Falschspielereien der Protagonisten verfeinert. Zwiespältig ist die Einführung von Manuela gegen Ende anzusehen, da der Film dadurch stark an Tempo abnimmt, es jedoch zu einer interessanten Konstellation unter den Charakteren kommt. Vielleicht hätte man nicht ganz so stark den Aspekt einbinden sollen, da hier die einzigen Längen des ganzen Filmes zu verbuchen sind. Natürlich gehören zu einem ordentlichen Western auch Schießereien und Saloonschlägereien. Beides kann man auch hier antreffen, wirken jedoch nicht so lächerlich, wie in manch anderem Western. Es gibt jedoch auch kleinere Logikfehler, meist zum Ende hin, die man aber nicht so ernst nehmen sollte.
Wie schon oben erwähnt sind mit Antonio De Teffè, besser bekannt als Anthony Steffen, und Frank Wolff zwei große Stars des Genres vertreten, welche hier schon fast die klassische Rolle von Protagonist und Antagonist einnehmen.
Auf der einen Seite, Ringo der seinen Gefühlen folgt und von De Teffè hier sehr gut gespielt wird. Zu erwähnen ist hier die Szene kurz vor dem Ende, wo er doch eindrucksvoll emotional spielt. Ansonsten wirkt er doch recht gelassen und cool und besonnen.
Ihm gegenüber steht Trickie, der kühl und kalkuliert nur hinter dem Geld her ist und sich nicht scheut, dafür andere zu benutzen. Frank Wolff zeigt hier sein Können und präsentiert uns den Charakter so unangenehm und falsch, wie es in nur wenigen Western geschehen ist. Er stiehlt Antonio sogar oft die Show. Positiv zu erwähnen sind hier aber auch die weiteren Schauspieler, die wirklich alle auf einem, für das Genre, guten Niveau spielen.
Was macht das Genre sonst noch aus? --- Richtig, die Musik.
Geschrieben wurde sie von Francesco di Masi, der auch für die Musik in Fulcis New York Ripper zuständig war.
Sie fügt sich harmonisch in das Gebotene ein und untermalt durch die eher fröhlichere Art die ruhigeren Szenen, während man bei den ernsteren und spannenderen Szenen die dementsprechende Musik etwas vermisst.
Genauso wichtig wie die Musik, ist die Landschaft. Hier wurde zum größten Teil in Spanien gedreht und der Kameramann hat es gut verstanden, die Landschaft in seine Bilder mit einzubeziehen. So bekommt man hier Tolle aufnahmen der Felsenlandschaften aber auch der Flussläufe. Ansonsten kann man hier keine technischen Spielereien erwarten. Es gibt gute Standardkost. Erwähnenswert ist vielleicht der Einsatz einer Subjektiven, um dem Zuschauer den Eindruck eines besoffenen, samt verwackeltem Bild, näher zu bringen.
Um auf meine gestellte Frage zurück zukommen. Ja, der Fan freut sich zurecht. Ihm wird ein spannender Western geboten, der gut unterhält. Verfechter härterer Gangarten könnten enttäuscht werden. Freunde amerikanischer Western, dürfen ruhig mehr als nur einen Blick auf den Film werfen. 7.5/10