Frisch aus dem Gefängnis entlassen, kehrt Johnny, der einst von seinem Bruder Sartana hintergangen wurde, in seine Heimat zurück. Sartana hat sich inzwischen als skrupelloser Anführer einer Bande etabliert und terrorisiert die Umgebung. Als sich Johnny gegen Sartana stellt, spitzt sich der Konflikt zwischen den Brüdern immer weiter zu.
Der Film entstand in der frühen Phase des Italo-Western-Booms und wurde in Deutschland kurz „Sartana“ genannt, obwohl er keinen Bezug zur späteren fünf-teiligen Sartana-Reihe hat, in der ebenfalls Gianni Garko den Sartana spielt. Doch im Gegensatz zu dem Revolverhelden der Filmreihe spielt er hier in Blood at Sundown einen ausgesprochen bösartigen Antagonisten.
Anthony Steffen spielt Johnny als stoischen, wortkargen Helden, dessen ruhige Präsenz gut zur Figur passt, dennoch bleibt sie aber etwas eindimensional. Gianni Garko hat als Sartana die auffälligere Rolle. Sein sadistischer, unberechenbarer Outlaw gehört zu den interessanteren Schurkenfiguren des Genres, allerdings wirkt er in seinem Overacting manchmal ein wenig arg drüber und sein überzogenes Lachen nervt bisweilen. Die Spannung zwischen den Brüdern funktioniert solide, emotional lässt sie jedoch eher kalt.
Regisseur Cardone versucht, eine düstere Stimmung zu erzeugen, setzt auf familiäre Tragik, vor allem in Bezug auf das Verhältnis der Brüder zu ihrer Mutter, doch will das nicht so recht gelingen. Möglicherweise liegt das an der Darstellung der verbitterten Mutter, zu der keinerlei emotionale Bindung entstehen will. Dadurch erscheint der Film gelegentlich etwas schleppend.
Visuell bleibt der Film im typischen Rahmen des Italo-Western-Niveaus. Bei den Aufnahmen der tristen Landschaften, die nur aus Stein, Sand und Dreck zu bestehen scheinen, fragt man sich unwillkürlich, weshalb Menschen in einer solchen Gegen leben und wovon sie überhaupt existieren. Aber sie sind wie die Shoot-outs auch handwerklich ordentlich inszeniert, ohne besondere stilistische Highlights erreichen jedoch nicht die stilistische Klasse der großen Genreklassiker. Gerade bei der größten Schießerei verliert man doch schnell mal den Überblick. Musik und Schnitt bleiben unauffälliger Standard.
1000 dollari sul nero bietet mit seiner Brüderfehde eine interessante Grundlage und einen ungewöhnlich bösartigen Sartana. Trotz einiger stimmungsvoller Momente und solider Darsteller bleibt der Film jedoch inszenatorisch und dramaturgisch etwas zu konventionell, um wirklich herauszuragen. Solide Unterhaltung für Genre-Fans.