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Vince Vaughn und Jon Favreau sind eigentlich ein Garant für nette und solide Comedy-Unterhaltung. Von dem sehr guten "Swingers" bis zum letztjährigen "Four Christmases", wenn Vaughn und Favreau als Doppelpack auftreten ist Spaß garantiert, zumindest meistens. Denn wie überall, haben auch die beiden ihre Tiefpunkte und der aktuellste und zugleich wohl tiefste Tiefpunkt beider Karrieren dürfte "All Inclusive" sein, auch wenn die Ausgangssituation gut aussah. Aber was daraus wurde ist schlichtweg enttäuschend.

Die Geschichte selbst ist 08/15 und sicher alles andere als Innovativ. Aber für ein nettes Späßchen könnte es eigentlich ausreichen. Es geht um 4 unterschiedliche Pärchen, welche allesamt miteinander befreundet sind. Alle haben sie jedoch so ihre Problemchen. Jason und Cynthia, welche kurz vor der Entscheidung zur Scheidung stehen, kommen deshalb auf die Idee, dass sie alle zusammen einmal zum ausspannen und selbstfinden auf eine Karibikinsel in einen "Vergnügungspark für Erwachsene" fliegen. Doch am Zielort angekommen, stellt sich der "Urlaub" als alles heraus, nur nicht als entspannend. Denn nicht nur ein verrückter Liebesguru sitzt ihnen im Nacken... Wie schon gesagt, nichts Innovatives oder Ausgefallenes, sondern schlicht und ergreifend die übliche Romcom-Masche wie eh und je. Doch für Vaughn und Favreau kann das Gegebene ausreichen, um das Publikum solide zu unterhalten. Doch dem ist hier leider nicht so.

Und das obwohl so mancher Gag definitiv sitzt. Sei es die schräge Powerpoint-Präsentation von Jason und Cynthia die sicher zum schrägsten ihrer Art gehört oder wenn die Pärchen im Wasser die Fische füttern und dabei gar nicht merken, was für unangenehme Zeitgenossen sie damit antreiben. Und in die Sparte "Peinlich aber Spaßig" kann auf alle Fälle die Massage-Szene mit Favreau gestellt werden, sowie seine megapeinliche Vorbereitung zur Masturbation. Und die Sprüche von Vaughn und Co. sind, wie so oft, auch nicht immer von schlechten Eltern. Kurzum, zu lachen hat man durchaus was, unterm Strich jedoch sind diese Momente viel zu selten.

Denn zu jeder abgedrehten Szene gesellt sich postum gleich ernster Moment und diese wollen in ihrer Breite weder ins Gesamtbild passen, noch wirken sie auch nur im Ansatz glaubwürdig. Das geht schon nach wenigen Minuten los und hört auch bis zum Schluss nicht auf. Liebesgesäusel, dem Partner ins Gewissen reden, die Liebe und die Familie unnötig hochzuloben, auf die Tränendrüse drücken und so weiter und so fort. Albern auf der einen Seite und ernst auf der anderen Seite, dass sind zwei Sachen die gut passen, aber sich auch genauso weh tun können. Und hier schreit es auf jeder Seite nur so vor Schmerzen und den Zuschauer nervt das ewige hin und her bald nur noch, wenngleich man den Jokes wenigstens ab und an noch etwas abgewinnen kann, während der Rest einfach nur Mist ist.

Den absoluten Todesstoß stellt jedoch das Ende da. Das in einem Hollywood-Film möglichst alles gut ausgehen muss ist bekannt und es gibt genügend Filme bei denen ein gutes "Happy End" auch alles andere als stört. Hier jedoch ist es regelrecht verlogen und völlig an den Haaren herbei gezogen, wenn sich die Problemchen unserer Pärchen mit einmal total in Luft auflösen und alle wieder so Happy sind, wie am ersten Tag ihrer Ehe. Vor allem bei Jason und Cynthia, die ja schon kurz vor der Scheidung standen, ist es besonders hirnrissig, dass plötzlich wieder alles funktioniert, obwohl sie noch am Abend zuvor ihrer Scheidung quasi besiegelt haben. Aber 5 Minuten miteinander quatschen scheint ja mittlerweile doch auszureichen, um alle Probleme beiseite zu schieben. Ach ja, wenn doch nur alles so einfach wäre.

Einen kleinen Lichtblick stellen da wenigstens noch die Darsteller da. Auch wenn man sie alle schon besser gesehen hat, so sind Vince Vaughn, Jon Favreau und all ihre Kollegen drum herum, Jason Bateman, Kristen Bell, Faizon Love und Malin Akerman doch nett anzusehen und Vaughns große Klappe hat immer noch Feuer. Jean Reno wirkt in einer Klamotte wie dieser jedoch fehlplaziert, da er in solch seichter Unterhaltung sonst eher nicht zu sehen ist. Wirklich retten können sie die ganze Angelegenheit aber auch nicht.

Fazit: Wenn man "All Inclusive" mit einem Wort beschreiben müsste, dann würde es "Enttäuschung" am besten beschreiben. Die Story ist zwar banal, reicht aber fürs Genre aus, doch das ständige schwanken zwischen schlüpfrigen Gags und ernster Miene ist einfach unpassend ausgefallen und die ständigen Säusseleien und Hochlobungen auf das typische Familien- und Ehebild drückt die Gesamtstimmung, in dieser Breite, auf einen Tiefpunkt, trotz manch lustigem Moment, einer schicken Location und so einigen gelungenen On-Linern. Dazu ein extrem typisches und im gleichen Moment hoch verlogenes Ende und aus dem seichten Spaß wird nahezu ein einziges Ärgernis. Schade, kann man da nur sagen!

Wertung: 3/10 Punkte

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