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Das Familienleben ist nicht immer leicht, das muss auch Dave feststellen. Der mehrfache Vater hat nämlich nicht nur Stress mit seinen Freunden, auch seine Kinder rauben ihm den letzten Nerv. Während seine pubertäre Tochter allmählich beginnt, sich aufreizend anzuziehen, um die Jungs anzumachen, hat der jüngste Sohn allerlei Unsinn im Kopf, wie in die Ausstellungstoilette eines Baumarktes zu urinieren. Unterdessen kämpft auch sein schwarzer Freund Shane mit der Liebe, da er vor einiger Zeit von seiner Frau verlassen wurde und sich kurz darauf lieber eine 20-jährige geangelt hat, die ihn „Daddy“ nennt. Dumm nur, dass dessen gemeinsamer Freund Jason ernsthaft in Betracht zieht, sich scheiden zu lassen und dafür sogar Statistiken anfertigt, um seine Entscheidungen zu treffen.

Bisher ging ich eigentlich immer davon aus das Komödien einen gewissen Humor enthalten sollen mit leicht schrägen aber liebenswerten Figuren mit denen man eine Filmlänge lang sich unbeschwert unterhalten kann. All inclusive hatte da aber wohl andere Pläne, denn hier ist der Humor seichter als die tollen Strände und ist mit Charakteren ausgestattet, von denen man viele am liebsten zu Davy Jones auf den Meeresgrund schicken würde.
Hier treffen sich also vier Paare, die für einen Urlaub auf einer Trauminsel zusammenlegen, der sich dann natürlich als weit weniger traumhaft wie erhofft entpuppt. Statt Jetski und relaxen ist hier eher so etwas wie ein Bootcamp der Paartherapie angesagt, das der buddhistisch angehauchte Guru Marcel (von der Rolle hätte Jean Reno vielleicht lieber Abstand nehmen sollen und sei es nur wegen des Auftritts in knapper roter Badehose) mit einem Rudel schräger Helfer, die Probleme der einzelnen Couples durchgeht nur um Ende das erwartbare Hohelied des Happy Ends zu singen.
Leider gestaltet sich die Zeit bis dahin als äußerst zähe Nummer. All inclusive muß sich da wirklich den Vorwurf der extremen Geschwätzigkeit gefallen lassen, denn statt amüsanter Wortgefechte oder spontanen Wortwitz gibt es lieber endlose Therapien der meist spaßbefreiten Sorte. Dazu kommt noch das die Hälfte der Paare den meisten Zuschauern wohl eher auf die Nerven gehen, statt zu erheitern. Die Hauptdarsteller Favreau und Vaughn dürfen sich da kaum beschweren, denn sie haben sich die Story ja sogar selbst auf den Leib geschrieben.
So bleibt ein sehr maues Spaßfilmchen vor exotischer Postkartenkulisse, bei der man aber genauso oft lachen darf, wie bei einer Südsee Reisedoku auf Arte.
3/10

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