Review

Irgendwann in längst vergangener Zeit, als es noch kein Internet und auch kein TV gab, wo die ersten Autos über die Straßen rollten und man seine Zeilen noch in die Schreibmaschine hämmerte: Genau in dieser Epoche bringt ein europäischer Schriftsteller die Tochter eines afrikanischen Stammeskönigs in seine Villa, wo schon zwei Frauen wohnen. Weil wir in einem Softporno sind wird schnell klar, wohin die Reise geht und auch jede Menge Eifersucht ist vorprogrammiert...

Edel-Langweiler, der allerdings schon im Vorfeld das Faible D´Amatos für eine gewisse Opulenz, aber auch historische Stoffe offenbarte, was vor allem in seiner Porno-Phase in den Neunzigern mehrfach in die Tat umgesetzt wurde. So ist "Sklavin für einen Sommer" für einen Softporno überaus ansprechend ausgestattet, was die Sets und Kostüme anbelangt. Die Atmosphäre ist stimmig, wenngleich mal wieder jede Menge milchiger Weichzeichner verwendet wurde. Das Finale kommt allerdings richtig schön D´Amato-heftig daher, um dem etwas öden Ringelpietz zumindest noch einen würdigen Ausklang zu verleihen.

Was zuvor passiert, ist nichts anderes als ein Erotik-Kammerspiel, in dem die zwei oder drei neuen Figuren auch nur eingeführt werden, um gewisse On-Screen-Dienste zu verrichten. Ansonsten sitzen die Damen ständig mit weit gespreitzten Beinen da, der öffene Türspalt verlädt zum verstohlenen Blick ins Schlafzimmer usw. Besonders der lesbische Sex scheint es D´Amato dieses Mal angetan zu haben. Leider hat Laura Gemser nicht das nötige Charisma, um in der Hauptrolle der Stammestochter zu überzeugen. Andere DarstellerInnen wie etwa die hinlänglich bekannten Annie Belle oder Al Cliver sehen derweil genauso aus, als ob sie genau in diese Art von Film gehören würden. Das übliche Maß an schwülstiger Melodramatik, wie man es aus dem Euro Sleaze zur Genüge kennt, wurde auch hier verbraten, um die Softerotik vom Porno zu unterscheiden: Keinen expliziten Hardcore und dafür mehr Handlung. Oder was man auch immer darunter versteht...

Fazit: Der Blick ins Schlafzimmer eines Ernest Hemingway oder eines Tennessee Williams, ohne hier jemandem zu nahe treten zu wollen. Immerhin gibt es im Softsex-Bereich Schlechteres als "Sklavin für einen Sommer". Vom derzeit viel diskutierten Kolonialismus-Thema muss man sich halt moralisch frei machen können...

Details
Ähnliche Filme