Review
von Leimbacher-Mario
Tatü Tata, der Killerkrankenwagen ist da!
Action-B-Movies wie "The Ambulance" hatten nur eine kurze Hochzeit, dafür eine umso längere Halbwertszeit - man gräbt sie immer gerne aus oder entdeckt sie gar neu. Früher hätte man solche versteckten Perlen in der Videothek nur auf Grund des Covers und der Beschreibung auf gut Glück mal mit ausgeliehen - heute ist man froh irgend ein Label haut ihn per Zufall und mit viel Leidenschaft raus. Denn im Streamingbereich sehe ich solche Kleinode selten bis nie und ohne Zukunft. "The Ambulance" ist ein Larry Cohen-Actionvehikel, das gerade so über den Tellerrand in die 90er geschielt hat. Mit einem blutjungen und sau coolen Eric Roberts als verknallter Comiczeichner (!) auf der Spur eines höllischen New Yorker Notarztwagens, der ihm suspekt vorkommt und die Dame seiner Träume vor seiner Nase weggeschnappt hat...
Wie eine Mischung aus "Lethal Weapon" und... ach, eigentlich ist der kaum mit irgendetwas vergleichbar. Klar hat er die typische Cohen-Whackiness und der frische Roberts erinnert an einen Mel Gibson in Topform, doch im Grunde ist "The Ambulance" ein Unikat. Ein wilder und unterhaltsamer Mix der Genres, Stimmungen und Jahrzehnte. Etwas Mystery, etwas Horror, etwas Action, etwas Trash. Sozialkritik sogar auch noch. Das geht nicht durch die Decke aber dennoch gut ab. Unterhaltung ist garantiert und es wird mächtig was aus dem spürbar übersichtlichen Budget gequetscht. Wo sieht man noch einen derartigen Vokuhila? Wo hat Stan Lee eine echte Nebenrolle? Wo sieht man Darth Vader kaugummikauend und höllisch cool abkratzen? Wo, außer oft genug bei Cohen selbst (von Babies bis Eis), wird etwas derart positiv Besetztes so schön böse verpackt? Mal hart, mal mit Augenzwinkern - aber nie sich verheddernd oder zu vergessen wohin man will oder was man ist. Larry Cohen hatte es einfach drauf und "The Ambulance" ist eine spaßige Knalltüte, unberechenbar und ungefährlich.
Fazit: danach überlegt man sich zweimal, ob man die 112 wählt. Ein käsiger und vollkommen liebenswerter Actionkracher, wie er nur zu dieser Zeit und mit diesen Beteiligten gemacht werden konnte. Spaß in jeder Faser. Eric Roberts war lässig af.