Review

Boote ist knuffig, die Inszenierung recht unterhaltsam (mir hat im Gegensatz zu anderen auch der persönliche Bezug gefallen) und der Inhalt doch teilweise relativ erschütternd, aber dennoch ist "Plastic Planet" keine besonders herausragende Doku. Es fehlt nicht nur etwas der rote Faden sondern der Film ist zudem leider schrecklich einseitig. Am Ende bekommt man den Eindruck, jedes Stück Plastik dass man berührt, würde einen unfruchtbarer und krebsgefährdeter machen, und das ist wohl doch etwas übertrieben. Auch wurde kein einziges Mal ein Wissenschaftler der Gegenseite interviewt, obwohl zweimal kurz erwähnt wird, dass es auch Studien gibt, die ein sehr viel weniger schwarzes Bild malen. Zudem haben mir teilweise einfach Details der dargestellten Studien gefehlt, um ihren Aussagegehalt einschätzen zu können, z.B. ob es bei den unfruchtbaren Paaren überhaupt eine Kontrollgruppe gab. Ich weiß, das soll ja auch kein wissenschaftlicher Aufsatz, sein, aber vielleicht ist das auch ein Zeichen dafür, dass Dokus für solche Themen nicht das geeignete Medium sind, da sie im Endeffekt meist eher manipulieren, als dem Zuschauer tatsächlich die Möglichkeit einzuräumen, sich selbst eine Meinung zu bilden.

Solche Dinge führen dann dazu, dass ich eher vorsichtig damit bin, alles für bare Münze zu nehmen, was in dieser Doku präsentiert wird. Aber bei einer Bewertung hier sollten die filmischen Komponenten überwiegen und die fand ich wegen oben genannter Gründe dann doch recht zufriedenstellend. Und ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich meine Tupperdosen nicht trotz allem etwas skeptischer angucke als zuvor.

6/10

Details
Ähnliche Filme